Mit einer weiteren Machtdemonstration im Klassiker gegen Norwegen haben die deutschen Fußballerinnen einen Traumstart in die WM-Qualifikation geschafft. Wenige Tage nach dem 5:0 gegen Slowenien siegte das Team von Bundestrainer Christian Wück im 43. Duell mit den Norwegerinnen 4:0 (3:0) in Stavanger. Elisa Senß (18. Minute), Carlotta Wamser (45.+1), Vivien Endemann (45.+4) und Jule Brand (58.) trafen für die höchst effiziente DFB-Elf vor 8.500 Zuschauern. Das Thema Chancenverwertung, oft diskutiert in den vergangenen Monaten, war dieses Mal keines. Gnadenlos bestrafte die DFB-Auswahl die Lücken in der norwegischen Abwehr. „Wir haben von Anfang an alles reingeschmissen, in jeden Zweikampf und zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht“, sagte Torschützin Wamser am ZDF-Mikrofon: „Es ist immer schön, wenn wir viele Leute haben, die treffen.“ Wück nimmt drei Änderungen vor Im Vergleich zum Slowenien-Spiel in Dresden setzte Wück in der Innenverteidigung auf Vizekapitänin Janina Minge statt Camilla Küver. Im Sturmzentrum durfte Nicole Anyomi anstelle von Shekiera Martinez ran, und EM-Entdeckung Wamser begann für Linda Dallmann. In der offensiven Dreier-Mittelfeldreihe übernahm Wamser die rechte Seite, Jule Brand rückte auf die Dallmann-Position im Zentrum. Die Scheu vor dem ungewohnten Kunstrasen legte die DFB-Elf schnell ab. Nach einem Ballgewinn von Kapitänin Giulia Gwinn, die ihr 70. Länderspiel absolvierte, bediente Anyomi mustergültig die mitgelaufene Endemann. Doch die Wolfsburgerin schoss den Ball aus 15 Metern an den rechten Außenpfosten. Senß machte es wenig später aus fast identischer Position besser: Knaak schickte Linksverteidigerin Franziska Kett die Außenbahn entlang, deren abgefälschte Hereingabe genau bei Senß landete. Die Leverkusenerin schloss direkt und unhaltbar zum 1:0 ab. Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gäste die Partie weitgehend, auch wenn Torhüterin Ann-Katrin Berger bei einer Doppelchance gegen Signe Gaupset und die frühere Weltfußballerin Ada Hegerberg in höchster Not retten musste. Furiose Phase vor der Pause Kurz vor der Pause nahm der Klassiker dann mächtig Fahrt auf: Die abermals auffällige Endemann entblößte mit einem feinen Pass die norwegische Abwehr, so dass Wamser im Zentrum den Ball nur noch an Cecilie Fiskerstrand vorbeispitzeln musste. 120 mitgereiste Fans sahen Sekunden später dieselbe Kombination, dieses Mal landete Wamsers Ball in den Händen von Norwegens Torhüterin Cecilie Fiskerstrand. Die Deutschen durften trotzdem noch ein drittes Mal vor dem Seitenwechsel jubeln. Anyomi, die von Frida Maanums Fehlpass profitierte, sah Endemann, die den Ball frei vor Fiskerstrand unter die Latte setzte. Wück applaudierte lächelnd angesichts der klaren Pausenführung. Nach dem Wechsel sah er, wie Berger stark gegen Maanum rettete, ehe der folgende Konter über Endemann im 4:0 mündete. Brand schob den Ball durch die Beine der norwegischen Keeperin. Frankfurterin Veit kommt zu Länderspieldebüt In der Folge verhalf Wück der Frankfurterin Jella Veit zu ihrem Länderspieldebüt. Die 20-Jährige rückte für Minge in die Abwehr. Auch Dallmann, Lea Schüller, Sarai Linder und Laura Freigang durften noch Spielpraxis sammeln, während die deutschen Fans mit „Oh, wie ist das schön“-Gesängen ihrer Freude Ausdruck verliehen. Endemann vergab in der Nachspielzeit gar das 5:0. Weiter geht es für das DFB-Team in der WM-Qualifikation gegen Österreich, erst am 14. April in Nürnberg, dann am 18. April in Ried.
