FAZ 14.01.2026
08:39 Uhr

Vorwürfe gegen Sänger: Zwei Frauen zeigen Julio Iglesias wegen sexueller Übergriffe an


Er soll Angestellte belästigt, gedemütigt und kontrolliert haben: Zwei ehemalige Angestellte des spanischen Sängers Julio Iglesias haben Anzeige gegen ihn erstattet.

Vorwürfe gegen Sänger: Zwei Frauen zeigen Julio Iglesias wegen sexueller Übergriffe an

Zwei ehemalige Angestellte erheben schwere Vorwürfe gegen den spanischen Sänger Julio Iglesias. Beide Frauen erstatteten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft des Obersten Strafgerichtshofs von Spanien wegen sexueller Übergriffe und Menschenhandels. Nach Informationen der spanischen Onlinezeitung „elDiario.es“ und des Senders Univision Noticias soll es dazu im Jahr 2021 in zwei Villen gekommen sein, die Iglesias in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas besitzt. Der Oberste Strafgerichtshof hat Ermittlungen aufgenommen, während Iglesias und seine Anwälte bisher keine Stellungnahme abgaben. Die beiden Frauen, eine Hausangestellte und eine Physiotherapeutin, werfen dem Sänger laut den Presseberichten sexuelle Übergriffe und missbräuchliches Verhalten an ihren Arbeitsplätzen in der Karibik vor. In diesem Zusammenhang werden auch zwei Manager der Residenzen beschuldigt. Demnach sollen gezielt junge Frauen angeworben worden sein; Bedingung seien Ganzkörperfotos gewesen. Eine der Frauen gab an, sie sei unter Druck gesetzt worden, und berichtet von Ohrfeigen sowie körperlicher und verbaler Erniedrigung. Zudem sei sie mit Fingern penetriert worden. Dazu sei es regelmäßig gekommen: „Ich fühlte mich wie ein Gegenstand, wie eine Sklavin“, sagte sie den beiden spanischen Medien. Die Physiotherapeutin berichtet, Iglesias habe sie gegen ihren Willen auf den Mund geküsst und ihre Brüste berührt. Politikerinnen äußern sich zu den Vorwürfen Beide Frauen beklagten, sie seien während ihrer Arbeit ständig belästigt, gedemütigt und kontrolliert worden. Diese Vorfälle sollen sich im Jahr 2021 ereignet haben. Die Jüngere der beiden Frauen war demnach damals 22 Jahre alt, der Sänger 77 Jahre. „elDiario.es“ und Univision Noticias haben nach eigenen Angaben mehrmals und auf mehreren Wegen versucht, eine Stellungnahme von Iglesias einzuholen. Dieser habe nicht reagiert. Mehrere Politikerinnen haben auf die Vorwürfe reagiert: Die spanische Gleichstellungsministerin Ana Redondo forderte, die Vorwürfe „bis zum Ende“ zu untersuchen. Die stellvertretende Regierungschefin, Arbeitsministerin Yolanda Díaz, sprach von erschütternden Zeugenaussagen und einer „Situation der Sklaverei“. Die konservative Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso attackierte die linken Politikerinnen. Sie werde nicht zur Schädigung des Rufes des weltweit bekannten Sängers beitragen, schrieb sie auf der Onlineplattform X: In Iran würden Frauen angegriffen und vergewaltigt, während die radikale Linke „komplizenhaft“ schweige.