FAZ 18.02.2026
15:54 Uhr

Vorfall in Australien: Weißer Hai umkreist Taucher – Hubschrauber sorgt für rechtzeitige Rettung


Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai angegriffen zu werden, ist zwar extrem niedrig. In Australien ist nun aber ein Weißer Hai zwei Tauchern gefährlich nahegekommen.

Vorfall in Australien: Weißer Hai umkreist Taucher – Hubschrauber sorgt für rechtzeitige Rettung

Australische Rettungskräfte haben aus einem Hubschrauber heraus einen viereinhalb Meter langen Weißen Hai gefilmt, der vor der Westküste des Landes zwei ahnungslose Taucher umkreist hat. Sie warnten die Wassersportler vor dem großen Raubfisch, der etwa 190 Kilometer südlich von Perth im Meer schwamm. „Unsere Crew hat die Sirenen angeschaltet und die beiden Taucher gewarnt, die sich auf ihren Jetski gesetzt und in Sicherheit gebracht haben“, teilte Surf Life Saving Western Australia, eine Wasserrettungsorganisation, in Online-Netzwerken mit. Nach Angaben der Behörden im Bundesstaat Western Australia sind Zwischenfälle mit Haien selten. Sie raten aber zu Vorsichtsmaßnahmen wie etwa dem Tragen einer SharkSmart-App, die fast in Echtzeit vor Haien in der Umgebung warnt. Bewohner des Bundesstaates bekommen sogar Rabatt beim Kauf eines „wissenschaftlich geprüften und anerkannten“ Geräts zur Abwehr von Haien, die mithilfe elektromagnetischer Felder die Raubfische fernhalten sollen. Unprovozierte Haiangriffe bleiben selten Insgesamt wurden im Jahr 2025 weltweit 65 unprovozierte Haiangriffe auf Menschen registriert – etwas weniger als im Zehnjahres-Durchschnitt von 72. Das teilte die Datenbank Isaf (International Shark Attack File) des Florida Museum of Natural History in Gainesville (USA) mit. Demnach endeten neun Fälle tödlich. Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Haiangriffs ist damit extrem niedrig. Allein in den USA würden jährlich im Vergleich über 4.000 Ertrunkene erfasst, hieß es vom Museum. Blitze verursachten jedes Jahr geschätzt 24.000 Todesfälle weltweit. Die USA blieben mit 38 Prozent der erfassten Fälle Spitzenreiter, wie es weiter hieß. Auf Australien entfielen 32 Prozent der Angriffe – und 56 Prozent der tödlich geendeten. Die Küsten des Landes sind Heimat der drei Arten, die für die schwersten Bisse verantwortlich sind: Weißer Hai, Tigerhai und Bullenhai. Insgesamt sind in australischen Gewässern zudem alle 13 Haiarten vertreten, von denen bekannt ist, dass es zu Angriffen auf Menschen kommen kann. Seit dem Jahr 1791 gab es in den Gewässern rund um Australien mehr als 1280 Vorfälle zwischen Menschen und Haien, von denen mehr als 250 tödlich endeten. Bei dem jüngsten Vorfall war im Januar ein zwölfjähriger Junge nach einer Hai-Attacke im Hafen von Sydney gestorben. Surfer geraten häufiger ins Visier Etwa ein Drittel der weltweit erfassten Angriffe betrafen Surfer. „Die Menschen surfen dort, wo es gute Wellen gibt, und wo es gute Wellen gibt, gibt es Trübungen, und wo es Trübungen gibt, gibt es oft Fische, die Haie anziehen“, hatte Gavin Naylor, Direktor des Haiforschungsprogramms des Naturkundemuseums, im Jahr zuvor erklärt. Die Trübung verringere zudem die Sicht und mache Fehlangriffe wahrscheinlicher. Im Jahresbericht der Isaf sind Angriffe dokumentiert, bei denen der Mensch die Attacke des Hais nicht provoziert hat. Fälle, in denen das Tier absichtlich oder unbeabsichtigt gereizt wurde – etwa beim Speerfischen sowie beim Versuch, einen Hai aus einem Netz zu befreien – werden nicht aufgenommen. Die Populationen großer Haiarten sind Untersuchungen zufolge heutewesentlich kleiner als noch vor einigen Jahrzehnten. Nach Angaben des Florida Museum of Natural History gibt es rund 1.200 Arten von Knorpelfischen, über 500 davon sind Haiarten. Fossilienfunde belegten, dass Vorfahren der heutigen Haie bereits vor über 400 Millionen Jahren in den Meeren schwammen und Haie damit schon vor den Dinosauriern lebten. Zahlreiche Arten sind laut Naylor jedoch gefährdet. „Sie sind eindeutig widerstandsfähig – aber jetzt sind wir hier.“