FAZ 03.12.2025
16:54 Uhr

Volkswagen Baunatal: Hunderte VW-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft


Knapp 400 Mitarbeiter des Volkswagen-Werks in Baunatal könnten zum Jahresende ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Betriebsrat hofft auf eine baldige Lösung für mindestens 100 von ihnen.

Volkswagen Baunatal: Hunderte VW-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

Der Betriebsrat von Volkswagen in Baunatal dringt auf eine dauerhafte Einstellung von 380 Beschäftigten, deren Verträge zum Jahresende auslaufen. Er sei „optimistisch, dass wir in wenigen Tagen eine Teillösung für eine große Anzahl von befristet Beschäftigten hinbekommen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Carsten Büchling am Mittwoch nach einer Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Kassel, wie der Standort offiziell heißt. Der für die Komponentenwerke zuständige VW-Vorstand Thomas Schmall habe in der Betriebsversammlung gesagt, vorstellbar wäre, in der Komponentenfertigung für 100 Beschäftigte eine erste Lösung zu finden, berichtete Büchling. Außer der Komponentenfertigung gibt es am Standort noch ein großes Verteilzentrum für Ersatzteile. Zahlen dazu, inwieweit dort Perspektiven für befristet Beschäftigte bestehen, wurden nicht genannt. Ein Großteil der 380 Mitarbeiter, deren Verträge jetzt auslaufen, ist nach Angaben der Arbeitnehmervertreter schon seit sechs Jahren bei Volkswagen. Rund 290 von ihnen versuchten bereits, auf dem Rechtsweg eine Weiterbeschäftigung einzuklagen, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Nordhessen, Oliver Dietzel. Volkswagen-Management auf Sparkurs Der Konzernvorstand in Wolfsburg hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 an allen deutschen Standorten zusammen 35.000 Stellen abzubauen. In Baunatal mussten schon Ende 2024 rund 500 Zeitarbeiter gehen, weitere 700 im Sommer. Derzeit ist das Werk auch nach Angaben des Personalleiters,  Jörg Asmuth, gut ausgelastet. Man setze sogar Beschäftigte von anderen Standorten ein: „Es ist kein Geheimnis, dass wir bei Volkswagen Standortüberhänge haben, am Standort Kassel dagegen temporären Bedarf“, sagte Asmuth.Auf Nachfrage fügte er hinzu, als Personalverantwortlicher für den Standort wünschte er sich, den hier seit Jahren befristet Beschäftigten eine Perspektive geben zu können - aber er fühle sich auch zu Solidarität gegenüber Mitarbeitern von anderen Standorten verpflichtet:  „Ich hoffe sehr, dass wenn uns mal die Not trifft, dass sich dann andere Standorte solidarisch zeigen,“ Werkleiter Jörg Fenstermann hob hervor, die Effizienz im Baunataler Werk sei gestiegen. Dazu hätten rund 400 Workshops zur Optimierung von Prozessen beigetragen. Auch für das kommende Jahr zeigte er sich optimistisch: „Wir sind auf einem guten Weg, Ende 2025 die Ziele, die wir uns gesteckt haben, erreicht zu haben.“