Es schneit und schneit und schneit. Teils unwetterartiges Winterwetter zieht derzeit noch einmal über Deutschland hinweg. Von Nordrhein-Westfalen über Hessen und Rheinland-Pfalz bis nach Ostbayern fällt in ersten Tageshälfte bis in tiefe Lagen besonders viel Schnee, wie der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagmorgen sagte. Die Folge im Straßenverkehr sind etliche Unfälle. Auf einer mit Schneematsch bedeckten Bundesstraße im Schwarzwald durchbrach ein Lastwagen die Leitplanke. Das tonnenschwere Fahrzeug rutschte einen Abhang in ein abschüssiges Waldstück nahe Titisee-Neustadt hinunter, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Fahrer wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Ersten Erkenntnissen zufolge war der Fahrer bei einem Überholmanöver ins Rutschen geraten. Im Laufe des Tages sollen die Bergungsarbeiten beginnen. Die Polizei rechnet mit „erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen“. Seit den frühen Morgenstunden seien mehrere Unfälle gemeldet worden, teilte das Polizeipräsidium in Südosthessen mit. Auf manchen Strecken stünden Fahrzeuge quer oder seien in Straßengräben geraten. 30 bis 40 Zentimeter in den Alpen Bis zum Vormittag sind laut Wetterdienst bis 5 Zentimeter, gebietsweise um 10 Zentimeter, vor allem in Staulagen der Mittelgebirge auch unwetterartige Mengen bis 20 Zentimeter Neuschnee in sechs Stunden möglich. Besonders stark schneit es in den Alpen: Hier sind bis Freitagvormittag 15 bis 30 Zentimeter, westlich des Inns in Staulagen teilweise auch um die 40 Zentimeter möglich. Das kann im Verkehr zu Problemen führen. Schnee und Regen fallen in Baden-Württemberg und Bayern teils auf gefrorene Böden – es besteht Glatteisgefahr, wie der DWD sagt. Flughafen Frankfurt: „Stand jetzt sind 83 Annullierungen“ Das Winterwetter wirkt sich auch auf den Flugverkehr aus. „Für heute stehen annähernd 1.100 Flüge in der Planung“, teilte ein Sprecher des Flughafens Frankfurt mit. „Stand jetzt sind 83 Annullierungen, davon wird ein Großteil – aber nicht alle – auf die Wettersituation zurückzuführen sein.“ Momentan registriere man leichten Schneefall. „Der Winterdienst ist seit der Nacht im vollen Einsatz und hat die Situation soweit im Griff.“ Der Betrieb laufe „mit einzelnen Einschränkungen.“ Andere Flughäfen sind nach derzeitigem Stand nicht betroffen. Aufgrund des starken Schneefalls fährt Teilen Unterfrankens kein Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV): In Würzburg fallen momentan alle städtischen Busse aus. Das teilte der Verkehrsbetrieb WVV mit; die Straßenbahnen seien allerdings in Betrieb. Im Landkreis Kitzingen wurde unterdessen der gesamte ÖPNV eingestellt. Dem Landratsamt zufolge wird stetig geprüft, wann Linien und Strecken wieder befahrbar sind. Auch in Lohr am Main im Landkreis Main-Spessart wurde der Busverkehr vorübergehend ausgesetzt. Am Freitag lassen die Schneefälle aber nach. Verbreitet wird es deutlich milder: „Im Nordosten leichter Dauerfrost, sonst 1 bis 4, in Rheinnähe bis 8 Grad“, so der DWD. Teils frühlingshaft zeigt sich das Wochenende: Am Samstag steigen die Höchstwerte im Westen und Südwesten auf 7 bis 13 Grad, nur im Nordosten bleibt es noch kühler. Am Sonntag klettern die Werte dann noch ein wenig höher.
