Ein sechs Jahre altes Mädchen hat mit einem Handzeichen verhindert, dass sie, seine Mutter und deren Baby entführt werden. Am Sonntag wurden Polizeibeamte in Wien zu einem Einkaufszentrum am Neubaugürtel im Zentrum der Stadt gerufen, nachdem sich dort ein Verkehrsunfall mit Sachschaden ereignet hatte. Ein 39 Jahre alter Mann aus dem Irak befand sich am Steuer des Autos, das mutmaßlich den Unfall verursacht hatte. Er zeigte laut einer Mitteilung der Polizei „ein seltsames und unruhiges Verhalten“. Mit ihm im Auto saßen eine 34 Jahre alte Frau und zwei Kinder, ein Säugling und eine Sechsjährige. Diese zeigte den Polizisten durch eine Handgeste an, dass sie Hilfe brauchen. Daraufhin habe die Mutter die Polizisten „weinerlich“ um Hilfe gebeten, wie es in einer Mitteilung der Polizei heißt. Mehrere Messer im Auto gefunden Die Frau ist nach Angaben der Polizei die Partnerin des Mannes, der Säugling ist das gemeinsame Kind. Es stellte sich heraus, dass die Frau bereits vor einiger Zeit eine einstweilige Verfügung gegen den Mann erwirkt hatte. Dagegen verstieß er offenbar. Nach Angaben der Polizei hat er die Frau sowie die Kinder am Sonntag mit einem Messer bedroht und sie dazu genötigt, mit ihm ins Auto zu steigen. Als sie das Auto durchsuchten, fanden die Polizisten mehrere Messer. Dem Mann werden schwere Nötigung und Freiheitsentziehung vorgeworfen. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Das „Signal for Help“-Handzeichen ist eine international genutzte Geste, die signalisiert, dass sich eine Person bedroht fühlt und Hilfe benötigt. Sie wird ausgeführt, indem der Daumen auf die Handfläche gelegt wird, während die übrigen Finger ausgestreckt werden. Dann werden die vier Finger über den Daumen gelegt und eine Faust geschlossen. Die Bewegung zeigt still und relativ unauffällig, dass jemand Hilfe benötigt. Eingeführt wurde das Handzeichen im Jahr 2020 von der Canadian Women’s Foundation. Es sollte Betroffenen von Gewalt als stiller Hilferuf während der Corona-Pandemie dienen. Wer das Handzeichen bemerkt, sollte zunächst überprüfen, ob die anzeigende Person allein ist oder sich in Begleitung einer anderen Person befindet, von der möglicherweise eine Gefahr ausgeht. Ist Letzteres der Fall, sollte man sich entfernen oder andere Personen in der Umgebung auf den Hilferuf aufmerksam machen, die unbemerkt einen Notruf absetzen können. Ist die Hilfe suchende Person allein, kann man sie ansprechen und fragen, ob sie Hilfe benötigt oder ob man einen Notruf absetzen soll.
