FAZ 22.12.2025
15:55 Uhr

Verstoß gegen GEpflogenheiten: Indonesien verhängt zehnjährige Einreisesperre gegen Pornodarstellerin


Die Britin wurde zuvor verdächtigt, auf der Urlaubsinsel Bali Pornovideos aufgenommen zu haben. Das passe nicht zum angestrebten „Image des Qualitätstourismus“, teilt die Einwanderungsbehörde mit.

Verstoß gegen GEpflogenheiten: Indonesien verhängt zehnjährige Einreisesperre gegen Pornodarstellerin
(Foto: Illustration: Felix Hunger)

Wegen „Verstoßes gegen örtliche kulturelle Werte“ hat Indonesien eine zehnjährige Einreisesperre gegen eine britische Pornodarstellerin verhängt. Die unter dem Künstlernamen Bonnie Blue aktive Tia Billinger produziere Inhalte, die nicht mit dem von der Regierung angestrebten „Image des Qualitätstourismus“ und den Gepflogenheiten vor Ort vereinbar seien, erklärte die indonesische Einwanderungsbehörde am Montag zur Begründung. Die 26-Jährige war Anfang des Monats gemeinsam mit drei Männern auf der Urlaubsinsel Bali wegen Verdachts auf die Herstellung von Pornovideos festgenommen und abgeschoben worden. Laut Einwanderungsbehörde wollten sie kommerzielle „Inhalte produzieren, die die öffentliche Ordnung stören könnten“. Wie die BBC vergangene Woche berichtete, wurden im Rahmen der Ermittlungen zwar keine entsprechenden Videos gefunden. Allerdings bestehe der Verdacht, dass die Britin sowie die drei Männer entgegen ihren Visabestimmungen kommerzielle Inhalte auf der Insel produzieren wollten. In Indonesien ist die Herstellung von pornografischem Material streng verboten. Auf Verstöße stehen bis zu zwölf Jahre Gefängnis und hohe Geldstrafen. Auf Bali gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger wegen ausländischer Touristen, die keine Rücksicht auf örtliche Sitten und Empfindlichkeiten nahmen und beispielsweise nackt an heiligen Stätten posierten. Mehrfach wurden westliche Influencer abgeschoben. Zumindest in Beiträgen auf ihrem Instagram-Account scheint Bonnie Blue die Angelegenheit nicht allzu ernst zu nehmen. Sie filmte sich etwa dabei, wie sie die indonesische Botschaft in London aufsucht, um ihre Geldstrafe von umgerechnet knapp neun Pfund zu bezahlen. Mehrere andere Videos waren mit anzüglichen Kommentaren in Bezug auf ihre Bali-Reise versehen.