Sie fliegen im Gepäck vieler Reisender mit und haben das Problem verlorener Fluggepäckstücke drastisch reduziert: Die Rede ist von den münzgroßen Airtags, die Apple jetzt in einer Version 2 vorstellt. Als die Technik vor fünf Jahren startete, nutzte man kleine GPS-Sender zum Nachverfolgen von Gepäck oder des gestohlenen Fahrrads. Die aktiven Sender benötigen jedoch viel Strom, ihre Laufzeit beträgt nur wenige Tage. Eine Alternative waren mit Bluetooth arbeitende Schlüsselfinder, die jedoch nur in einem engen Radius arbeiteten. Die Airtags basieren auf einer ganz anderen Idee: Der Airtag sendet mit Bluetooth ein Signal aus. Wenn sich nun irgendjemand mit einem iPhone oder Tablet in der Nähe eines Airtags befindet und dessen Bluetooth-Signal erfasst, kann dieser Dritte die Informationen über Mobilfunk an die Apple-Cloud weitergeben. Dieser Prozess ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Der Besitzer des fremden iPhones weiß nicht, dass sein Gerät gerade einen Airtag geortet hat, und Apple weiß nicht, wem das iPhone gehört, das den Standort gemeldet hat. Jedes iPhone, jedes iPad und jeder Mac mit Bluetooth werden zu einem Teil des von Apple so genannten Wo-ist-Netzwerks. Die App findet sich auf jedem Apple-Gerät, mehr als eine Milliarde von ihnen bilden ein engmaschiges Netz. Wie die Technik funktioniert Sieht ein iPhone des Spaziergängers das Bluetooth-Signal eines fremden Airtags, etwa am Hals der Katze befestigt, übermittelt es den Standort an den Eigentümer des Airtags, und zwar verschlüsselt mit dessen öffentlichem Schlüssel. Das Airtag kennt seinen Standort nicht und kann ihn schon deshalb nicht speichern, die Standorte werden auch nicht an Apple übertragen, und die Bluetooth-Kennungen ändern sich alle 15 Minuten, um ein Tracking durch Dritte zu verhindern. Der Airtag ist etwas größer als eine 2-Euro-Münze und wiegt 11 Gramm. Die eine Seite besteht aus Metall, die andere aus Kunststoff. Das Gerät ist nach IP 67 gegen Staub und Wasser geschützt. Eine handelsübliche CR-2032-Knopfzelle soll für eine Laufzeit von mehr als einem Jahr sorgen. Ein neuer Airtag wird am iPhone oder iPad mit der eigenen Apple ID gekoppelt und kann sich nun nicht mehr mit anderen Apple-ID von Dritten verbinden, bis ihn sein Besitzer aus dem Apple-Account entfernt hat. Man kann also einen gestohlenen Airtag nicht weiterverwenden. Von Bluetooth auf Ultrabreitband Wenn ein Airtag in der „Wo ist?“-App als verloren markiert wird, kann man eine Nachricht eingeben, die auf fremden Apple-Geräten angezeigt wird. Das funktioniert dank NFC auch mit Android-Smartphones. Um das Stalking von Personen mit dem Airtag zu verhindern, macht sich das Gerät bemerkbar, wenn es eine Zeit lang in einem fremden Umfeld bewegt wird. Es piepst, und das iPhone zeigt die Meldung „Airtag bei Ihnen gefunden“. Ausschalten lässt sich der Airtag, indem man die Batterie entfernt. Seit 2024 kann man den Standort eines Airtag mit Fluggesellschaften teilen, was inzwischen einige Dutzend, darunter auch die Lufthansa Group, unterstützen. Wenn man den Airtag als Schlüsselfinder, etwa im Haus, verwendet, schaltet die Technik von Bluetooth auf Ultrabreitband (UWB) um. So ist eine genaue räumliche Ortung des verloren gegangenen Gegenstands möglich. Hier setzt jetzt eine Verbesserung des Airtag 2 an. Der Airtag 2 lässt sich aus weiterer Entfernung über Ultrabreitband orten. Dazu benötigt man allerdings ein neueres iPhone sowie iOS 26.2.1. Erstmals lässt sich der Airtag 2 auch direkt von einer neueren Apple Watch (ab Series 9) mit UWB lokalisieren. Zwei weitere Verbesserungen bestehen darin, dass der Lautsprecher des Airtag 2 lauter tönt und der eingebaute Bluetooth-Chip eine höhere Reichweite hat. Wie gehabt fehlt eine Öse, um das Gerätchen am Gepäck anzubringen. Der Airtag 2 kostet 35 Euro und im Viererpack 120 Euro.
