FAZ 08.01.2026
12:29 Uhr

Verlängerung der U2: Der Lückenschluss in Bad Homburg ist eine gute Sache


Auch im Taunus gibt es viele Gründe, über die Bahn zu schimpfen. Aber die Verlängerung der U2 zum Bad Homburger Bahnhof ist eine gute Nachricht. Jedenfalls sieht zum Baubeginn alles danach aus.

Verlängerung der U2: Der Lückenschluss in Bad Homburg ist eine gute Sache
Einer 22-Jährigen, hier auf einem Foto im Januar 2025, ist ihre Tochter Klara von Amts wegen entzogen worden. Wenige Wochen später war ihr Kind tot – und die Pflegemutter unter Verdacht. (Foto: Olaf Przybilla)

Das Meckern über Züge ist im Taunus besonders verbreitet. Das hat erheblich mit der Bahn zu tun, die das Mittelgebirge im Namen trägt. Mehr als drei Jahre ist es inzwischen her, dass der erste Wasserstoffzug der Taunusbahn nach der Taufe auf den Namen „Bad Homburg“ am Frankfurter Hauptbahnhof auf Jungfernfahrt in die Kreisstadt des Hochtaunuskreises rollte. Aber nach der dann folgenden Pannenserie ist im Taunusnetz noch immer nicht die gesamte Flotte der blauen Züge unterwegs. Pendler setzen sich natürlich auch in Dieselzüge, wenn die denn pünktlich kommen. Doch auch das ist oft nicht der Fall. Viele schimpfen zudem über mangelhafte Auskunft bei Ausfällen, auch bei der S-Bahn. In Kronberg haben Fahrgäste sogar schon für einen verlässlichen Schienenverkehr demonstriert. Und die Friedrichsdorfer warten weiter darauf, dass ihr Bahnhof endlich fertig wird. Auch über die neue Großbaustelle an der U-Bahn in Bad Homburg sind nicht alle glücklich. Dort fährt am Sonntag die letzte U2 nach Gonzenheim. Die bisherige Endhaltestelle wird unter die Erde verlegt, damit die Strecke erst durch einen Tunnel und dann oberirdisch bis zum Bad Homburger Bahnhof verlängert werden kann. Es ist ein Großprojekt. Die Arbeiten reichen bis zurück nach Ober-Eschbach: Die derzeit vorletzte Station wird zur temporären Endhaltestelle umgebaut, sodass die Bahn vorläufig sogar im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach endet. Wenn nächste Woche  Ersatzbusse unterwegs sind, werden sich wieder Bahnfahrer beklagen. So wie im November, als wegen Bauarbeiten Busse für die stillstehenden S-Bahn-Linien zwischen Taunus und Frankfurt fuhren. Besonders trifft die Baustelle aber die Anwohner. Niemand hat gern Bagger und Bohrer vor der Haustür. Aber soweit bisher ersichtlich, machen Stadt und Stadtbahngesellschaft in Bad Homburg viel richtig. Vor dem Spatenstich im Dezember gab es eine Bürgerversammlung, eine Internetseite informiert übersichtlich über das Vorhaben, und über die kommunizierte E-Mail-Adresse und Handynummer ist die Stadtbahngesellschaft dann hoffentlich auch gut erreichbar. Zu wünschen ist den Ober-Eschbachern und Gonzenheimern außerdem, dass die versprochenen Lärmschutzwände halten, was sie versprechen. So viel beim Schienenverkehr im Taunus und anderswo schlecht laufen mag: Dieses Vorhaben überzeugt, jedenfalls soweit bisher ersichtlich. Wer künftig 1,6 Kilometer oder zwei Minuten länger in der U2 sitzen bleibt, hat am Bahnhof Anschluss zur Regionalbahn und zur S-Bahn. Die S5 soll in den nächsten Jahren zudem bis Usingen verlängert werden, und mit der geplanten Regionaltangente West bekommt der Bad Homburger Bahnhof Anschluss zum Flughafen. Die Stadtbahngesellschaft wirbt für den Lückenschluss mit dem Satz: „Die Region wächst zusammen.“ Wenn das bis 2029 eingelöst wird, wäre das eine richtig gute Nachricht.