FAZ 18.01.2026
17:34 Uhr

Verdienter Punktgewinn: Union Berlin stoppt Stuttgart


Die Mannschaft aus Berlin schafft bei formstarken Stuttgartern ein 1:1 und schiebt sich auf Rang acht der Bundesliga-Tabelle. Der Ausgleich schockt den VfB spät im Spiel.

Verdienter Punktgewinn: Union Berlin stoppt Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat durch das 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Union Berlin einen erfolgreichen Abschluss seiner bis dahin so erfolgreichen Englischen Woche verpasst. In einem über weite Strecken zähen Spiel sorgte ein Geniestreich von Nationalspieler Chris Führich für die Führung (59. Minute), die Wooyeong Jeong gegen seine ehemaligen Kollegen in der Schlussphase noch ausglich (83.). Der DFB-Pokalsieger versäumte es, vor dem anstehenden Europa-League-Duell bei der AS Rom auf den dritten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga zu klettern und weiter Selbstvertrauen zu sammeln. Union präsentierte sich vor 59.500 Zuschauern indes über weite Strecken giftig in den Zweikämpfen und erarbeitete sich so das dritte Remis nacheinander. „Verteidige tief, verteidige hart“ „Bring den Ball nach vorn, hab ‚ne Klarheit und versuch‘, das Ding Richtung Tor zu bringen. Darum wird's gehen: Verteidige tief, verteidige hart“, hatte Union-Trainer Steffen Baumgart seinen Plan vor dem Spiel bei DAZN beschrieben. Seine Mannschaft nahm den Auftrag gleich in der ersten Aktion ernst: Nach einem langen Ball von Diogo Leite in die Stuttgarter Hälfte holte Livan Burcu seinen Gegenspieler Maximilian Mittelstädt rüde von den Beinen – mit Gelb war er dabei noch gut bedient. Anders als erwartet dominierten die Schwaben das Spiel nur selten. Durch Josha Vagnoman kamen sie dennoch zur ersten gefährlichen Situation (6.). Aber auch die Berliner tauchten immer wieder vor dem VfB-Tor auf – nicht nur bei Standards. Nach einem Patzer von Stuttgarts Abwehrchef Jeff Chabot wollte es Andrej Ilic zu genau machen und traf den Pfosten (14.). Favorit ohne Kontrolle Trainer Sebastian Hoeneß hatte erklärt, dass der VfB „ein Stück weit der Favorit“ sei. Ihm war aber auch klar: Wenn sein Team die Umschaltmomente auslässt, stehen die Unioner schnell wieder kompakt in ihrem tiefen, fast unüberwindbaren Block. „Dann ist es nicht ganz so einfach, dort Dinge zu kreieren“, erklärte der Coach. Weil die Gastgeber mit Spielzügen selten für Unruhe sorgten, probierte es Mittelstädt erfolglos aus der Distanz (26.). Der VfB leistete sich ungewöhnlich viele Fehler im Spielaufbau und im Kombinationsspiel. Torhüter Alexander Nübel stand seinen Teamkollegen in dieser Hinsicht in nichts nach und leistete sich einen Ausrutscher. Profitieren konnte der heraneilende Ilic aber auch diesmal nicht (31.). Große Chancen für den VfB Die Stuttgarter kamen aktiver aus der Kabine. Zunächst arbeitete sich Führich in den Strafraum, fand aber keinen Mitspieler. Wenig später gelangte der Ball mit etwas Glück zu Undav, der an Frederik Rönnow scheiterte (49.). Den kurzzeitig aufgenommenen Schwung verlor die Hoeneß-Truppe rasch und fortan machte Union wieder mehr. Burcu fehlten nur wenige Zentimeter, um im Fünfmeterraum an den Ball zu gelangen. Auch Janik Haberer verpasste die Gäste-Führung knapp. Umso überraschender durften die Gastgeber dann jubeln – dank Führichs präzisem Abschluss ins kurze Eck. Union gab sich nicht geschlagen, es fehlte den Hauptstädtern zunächst jedoch an Durchschlagskraft. Weil aber Angelo Stiller das 2:0 für den VfB liegenließ (80.), kam Union kurz darauf doch noch zum Ausgleich. Jeong drosch den Ball auf Vorlage von Stanley Nsoki aus zehn Metern mit links sehenswert zum 1:1 ins Stuttgarter Tor, Nübel war machtlos. Als Jeong nochmal vor dem VfB-Torhüter auftauchte, parierte dieser stark (88.).