FAZ 28.01.2026
14:54 Uhr

Verdacht der Geldwäsche: BKA durchsucht Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt


Das Bundeskriminalamt hat am Mittwoch die Geschäftsräume des größten deutschen Geldinstituts durchsucht. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche.

Verdacht der Geldwäsche: BKA durchsucht Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Einen Tag vor der für diesen Donnerstag anberaumten Bilanzpressekonferenz hat die Deutsche Bank Besuch vom Bundeskriminalamt bekommen. Beamte durchsuchten am Mittwoch im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt die Zentrale der Bank in Frankfurt. Auch Geschäftsräume der Bank in Berlin wurden durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche und in Zusammenhang stehender weiterer Vorwürfe nach dem Geldwäschegesetz, teilte ein Sprecher der Anklagebehörde der F.A.Z. mit. In der Vergangenheit habe das Bankhaus Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten, die im Rahmen von weiteren Ermittlungen wiederum im Verdacht stünden, selbst zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein, hieß es weiter. Weitere Angaben zu den Geschäftsbeziehungen, insbesondere zu erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, konnte der Sprecher nicht machen. Die Deutsche Bank selbst äußerte sich nicht zu den Hintergründen der Razzia. In einer schriftlichen Mitteilung hieß es lediglich: „Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird. Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern.“ Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete derweil, dass es bei der Razzia, über die zuerst „Der Spiegel“ berichtet hatte, um mögliche Verfehlungen in der Geldwäsche-Bekämpfung im Zusammenhang mit einem prominenten früheren Kunden der Bank gehe: dem seit März 2022 in der EU sanktionierten russischen Milliardär Roman Abramowitsch. Demnach soll die Deutsche Bank eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet an die Behörden abgegeben haben. Razzien bei der Deutschen Bank sind nichts Ungewöhnliches. 2022 gab es gleich drei Razzien in den Doppeltürmen. Eine wegen Greenwashing-Vorwürfen, zudem wurde die Bank auch im Zuge des Cum-ex-Skandals durchsucht. Und wegen eines anderen Verdachts auf Geldwäsche. Andere größere Razzien bei Deutschlands größter Geschäftsbank erfolgten in den Jahren 2019, 2018 und 2012.