FAZ 25.02.2026
16:15 Uhr

Verdacht auf Autorennen: Wie die Polizei einen tödlichen Unfall rekonstruiert


Vor einem Monat ist ein Mann in Frankfurt von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden. Nun hat die Polizei den Hergang nachgestellt. Eine Rolle spielt dabei vor allem die Geschwindigkeit.

Verdacht auf Autorennen: Wie die Polizei einen tödlichen Unfall rekonstruiert

Mehrere Hundert Meter zieht sich die Polizeiabsperrung hin. Ein dunkelgrauer Cupra steht bereit, fährt auf der Friedberger Landstraße, einer der großen Frankfurter Einfahrtsstraßen, um die Ecke, plötzlich gibt der Fahrer Gas. Wäre das keine bis ins letzte Detail geplante Rekonstruktion, sondern ein echtes Autorennen, das an diesem Abend unter den Augen von Polizisten, Gutachtern, einer Vertreterin der Staatsanwaltschaft und Schaulustigen stattfindet, müsste man das für Wahnsinn halten: mit einer so hohen Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern pro Stunde auf einer viel befahrenen Straße im Stadtgebiet zu rasen. Aber genau das hat sich am späten Abend des 26. Januars dieses Jahres zugetragen. Ein 58 Jahre alter Mann wurde auf der Friedberger Landstraße von einem Auto erfasst, als er an einer Fußgängerampel in Höhe der Straßenbahnhaltestelle „Bodenweg“ die Fahrbahn überquerte. Er starb noch an der Unfallstelle an seinen schweren Verletzungen. Hinweise auf illegales Autorennen Es war 23.32 Uhr, dunkle Nacht. Und nach allem, was die Polizei bislang ermittelt hat, war der Fahrer mutmaßlich mit einer sehr hohen Geschwindigkeit unterwegs. Zudem gebe es Hinweise auf ein illegales Autorennen, teilte die Polizei mit. Nur: Wie genau sich der Unfall ereignet hat und wie hoch die Geschwindigkeit war, das soll geklärt werden. Gegen 20 Uhr sperrt die Polizei den Straßenabschnitt zwischen der Friedberger Warte und der Anschlussstelle zur Autobahn A661 stadtauswärts ab. Auch Fußgänger und Radfahrer dürfen nicht mehr passieren. Mehrfach rast der Cupra die Straße entlang. Ein Gutachter misst die Geschwindigkeit. Eine Drohne nimmt das Geschehen auf. Zudem filmt eine Kamera das Auto, das in Höhe des Unfallortes immer wieder bremst. Ein Polizeisprecher sagt später, dass im nächsten Schritt die bei den Messfahrten erfassten Daten ausgewertet werden. Solche Rekonstruktionen seien gerade bei komplexeren Unfallgeschehen nicht unüblich. Zuletzt hatte die Polizei ähnliche Messungen auf der Mainzer Landstraße durchgeführt, nachdem dort zwei junge Männer auf einem E-Scooter von einem Auto erfasst und getötet worden waren sowie ein weiterer Mann schwer verletzt worden war.