FAZ 15.02.2026
15:39 Uhr

Unwetter in Portugal: Zehntausende in Portugal ohne Strom


In Portugal ging am Wochenende eine der schlimmsten Unwetterserien zu Ende, die das Land seit Jahrzehnten erlebt hatte. Die Folgen sind noch lange nicht bewältigt.

Unwetter in Portugal: Zehntausende in Portugal ohne Strom

Nur knapp ist Portugal nach den seit drei Wochen andauernden schweren Unwettern einem dramatischen Finale entgangen. Erst in letzter Minute verzichteten die Behörden darauf, das Zentrum der historischen Universitätsstadt Coimbra zu evakuieren. Am Ende durften in der Nacht zum Samstag 9000 Einwohner in ihren Häusern bleiben, nachdem der Mondego-Fluss über die Ufer getreten war. Mehr als 3000 Menschen mussten jedoch zuvor bereits in Sicherheit gebracht werden. Unterhalb der Stadt war auf einem Deich eine Brücke der Autobahn 1 von Porto nach Lissabon eingebrochen. Sie wird wochenlang gesperrt sein. Auch der Zugverkehr zwischen den beiden größten Städten des Landes und auf weiteren Linien musste eingestellt werden. Am Wochenende ging eine der schlimmsten Serien von Tiefdruck­gebieten zu Ende, die das Land seit Jahrzehnten erlebt hat, am Sonntag endete der Ausnahmezustand. 16 Menschen kamen ums Leben. Im Landesinnern kam es zu den größten Überschwemmungen seit 1963. Am Sonntag holten einige Orte mit mehr als 30.000 Wählern die Präsidentenwahl nach; einige mussten dafür Schlauchboote benutzen. In manchen Gemeinden sind Menschen seit zwei Wochen ohne Strom, am Freitag waren es noch Zehntausende. Mehr als 700 Kilometer Hochspannungsleitungen waren betroffen – die Stürme ließen Masten umknicken. Sogar F-16-Kampfflugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt Monte Real wurden am Boden beschädigt. Angesichts der langsamen staatlichen Hilfe wuchs die Wut in der Bevölkerung. Innenministerin Maria Lúcia Amaral musste zurücktreten. Bislang stellte die Regierung 2,5 Milliarden Euro für den Wiederaufbau bereit.