FAZ 27.02.2026
19:33 Uhr

US-Raumfahrt: NASA wirft Pläne für „Artemis“-Mondprogramm um


Die Schwerlastrakete SLS ist zurück im Hangar zur Reparatur. Unterdessen verkündet NASA-Chef Jared Isaacman gravierende Planänderungen der „Artemis“-Mission.

US-Raumfahrt: NASA wirft Pläne für „Artemis“-Mondprogramm um

Die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren lässt wegen technischer Probleme weiter auf sich warten. Nun hat die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA reagiert und ihre Pläne für das krisengeplagte Mondprogramm „Artemis“ geändert. So soll die Mission „Artemis 3“, mit der ursprünglich frühestens 2028 Astronauten auf dem Mond landen sollten,  nun bereits im kommenden Jahr starten. Allerdings werden dabei keine Astronauten ihren Fuß auf unseren Trabanten setzen. Stattdessen wird das Orion-Raumschiff in der niederen Erdumlaufbahn mit einem oder zwei Mondlandesystemen koppeln. Das verkündete NASA-Chef Jared Isaacman auf einer Pressekonferenz. Mondlandungsversuche, bei denen erstmals seit 50 Jahren wieder Menschen den Erdtrabanten betreten, sollen dann ein Jahr später, im Jahr 2028, stattfinden – möglicherweise sogar gleich mit zwei Missionen: „Artemis 4“ und „Artemis 5“. Anschließend soll jedes Jahr eine weitere bemannte Mission zum Mond aufbrechen, mit dem Ziel, eine permanent bewohnte Basis auf unserem Trabanten zu errichten. Sich wiederholende Pannen abstellen Der ursprünglich für März geplante Start der bemannten Mission „Artemis 2“, bei der das Orion-Raumschiff mit vier Astronauten an Bord den Mond einmal umrunden wird, ist nun für April anvisiert, sagte Isaacman. Ein fester Termin wurde nicht bekannt gegeben. Mit den neuen Plänen reagiert die NASA auf die Pannen im Februar und März dieses Jahres, bei denen Wasserstoff aus defekten Dichtungen der Schwerlastrakete SLS austrat und der Heliumkreislauf unterbrochen war, woraufhin der Start von „Artemis 2“ nun zweimal verschoben werden musste. Wasserstoff bildet zusammen mit Sauerstoff den Treibstoff der Rakete. Helium wird benötigt, um die Tanks der SLS-Rakete unter Druck zu setzen, damit der Treibstoff aus den Triebwerken strömen kann. Außerdem nutzt man Helium vor dem Start zum Spülen der Leitungen. Das verringert die Brand- und Explosionsgefahr. Ähnliche Probleme waren bereits auch bei „Artemis 1“ vor drei Jahren aufgetreten, die den Start der unbemannten Mondmission immer wieder verzögert hatten. Das soll sich nun nicht mehr wiederholen. Schwerlastrakete zurück im Hangar „Die NASA muss ihren Ansatz standardisieren, die Flugfrequenz auf sichere Weise erhöhen und die nationale Weltraumpolitik des Präsidenten umsetzen. Angesichts der täglich zunehmenden glaubwürdigen Konkurrenz durch unseren größten geopolitischen Gegner müssen wir schneller vorankommen, Verzögerungen beseitigen und unsere Ziele erreichen“, sagte Jared Isaacman. Der größte geopolitische Gegner der Vereinigten Staaten ist China. Das Land der Mitte will 2030 erstmals eigene Taikonauten zum Mond befördern und landen lassen. „Durch die Standardisierung der Fahrzeugkonfiguration, die Erhöhung der Flugfrequenz und die logische, schrittweise Umsetzung unserer Ziele haben wir 1969 das fast Unmögliche erreicht, und so werden wir es auch wieder schaffen.“ Die Trägerrakete SLS ist inzwischen von der Startrampe in den Hangar zurückgerollt worden, wo sie neu inspiziert werden soll und – wenn nötig – mangelhafte Teile ausgetauscht werden sollen.