Es sind zwei sehr unterschiedliche militärische Signale, die Trump dieser Tage in den Nahen Osten sendet: Aus Syrien zieht er ab, gegenüber Iran baut er eine Drohkulisse auf. Auf den ersten Blick haben die beiden Vorgänge auch nicht viel miteinander zu tun. Die verbliebenen US-Truppen in Syrien sollten dort vor allem die Überreste des „Islamischen Staats“ in Schach halten. Diese Aufgabe will die amerikanische Regierung nun der neuen Führung in Damaskus überlassen, zu der sie gute Beziehungen pflegt. Überlebt das Regime in Teheran? Im Fall Irans dagegen geht es formal wieder um das Atom- und Raketenprogramm, faktisch aber auch um die Zukunft des delegitimierten Regimes, das Washington und Israel loswerden wollen. Es gibt allerdings zwei Gemeinsamkeiten der beiden Schauplätze. Das eine ist die Tatsache, dass Trump im Gegensatz zu seinen Vorgängern (bisher) keine Bereitschaft zu langwierigen Auslandseinsätzen und Besatzungen zeigt. Das könnte dem Regime in Teheran das Überleben erleichtern, selbst wenn es diesmal zu einer längeren Phase von Luftangriffen käme als im vergangenen Jahr. Die andere Gemeinsamkeit ist die russische Verbindung. Putin hat es trotz des Regierungswechsels in Damaskus geschafft, seine Stützpunkte in Syrien zu behalten. Das ist ein strategischer Vorteil, dessen Wert durch Trumps Abzug aus dem Land noch mal steigt. Vor allem wegen der Ukraine kann man nur hoffen, dass es in Iran am Ende nicht auch so läuft, dass Moskau einen Fuß in der Tür behält.
