FAZ 20.01.2026
13:15 Uhr

Trumps Fußball-WM 2026: Der VAR sitzt in Mar-a-Lago im Keller


Neue Spielregeln, Vollembargo bei Siegen über die USA, Annexionen – und das Thema Grönland: Bei der Fußball-WM wird Donald Trump keine Gelegenheit auslassen, seine Macht zu demonstrieren. Eine Glosse.

Trumps Fußball-WM 2026: Der VAR sitzt in Mar-a-Lago im Keller

Ein bisschen findet die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Mexiko und Kanada statt. Aber eigentlich natürlich in den Vereinigten Staaten. Sie ist ein Höhepunkt des Jahres. Zumindest für den Fußball. Und für Donald Trump. Denn diese WM wird kein Turnier. Sie wird ein Staatsakt. Eine Machtdemonstration. Eine Trump-Show. Je größer, desto besser. Sportereignisse sind für Trump eine wunderbare Gelegenheit, Flagge zu zeigen, Macht zu demonstrieren. Die WM ist dafür ideal. 48 Mannschaften, 39 Tage, Fahnen, Hymnen, Emotionen. Milliarden Zuschauer. Reality-TV vom Feinsten. Dagegen wirkt der Super Bowl wie eine Halbzeitpause. Abseits gegen die USA pfeift keiner Manches wird anders sein als bei normalen Fußball-Weltmeisterschaften. Wegen Trump, des Meisters des Powerplay und größten Präsidenten aller Zeiten, größer noch als Fußball-Boss Gianni Infantino aus der Schweiz. Fangen wir mit den neuen Spielregeln an, die sich ja noch nicht überall herumgesprochen haben. Abseits gegen die USA pfeift keiner. Weil Fake News. Alles falsch: Bilder. Linien sowieso. Wer anderes behauptet, hat ein Problem mit der Realität – oder mit seiner Akkreditierung. Der VAR sitzt in Mar-a-Lago im Keller und wird nicht weiter stören. Freiheit kennt keine Linie. Nicht wenn die Amis den Ball haben. Auch wirtschaftlich wird das Turnier sauber aufgestellt. Für jedes Tor gegen die US-Mannschaft erhebt die Regierung einen Strafzoll von 15 Prozent auf sämtliche Importe aus dem Täterland. Bei Elfmetern: 25 Prozent. Bei Siegen über die USA: Vollembargo. Plus im Finale 50 Prozent auf alles, was das Land jemals exportieren wird, inklusive rückwirkend. Wer die USA bereits in der Vorrunde schlägt und damit aus dem Turnier wirft, wird zur Annexion freigegeben. Vorsorglich werden Flugzeugträger nahe Paraguay und Australien verlegt, den Gegnern in der Vorrunde. Der dritte Widersacher der Amis steht noch nicht fest. Die Türkei vielleicht. Oder das Kosovo. Oder wer sich sonst noch traut. Natürlich spielt auch die FIFA mit. Ihr Präsident Infantino ist Dauer-Grüßaugust im Weißen Haus und stets zu Diensten. Sollte er es schaffen, dass die USA Weltmeister werden, gilt er als Spitzenkandidat für das Amt des Gouverneurs von Grönland. Ist ja auch nichts anderes als die Schweiz: ein Haufen Berge, Gletscher, Eiseskälte. Und noch etwas ist schon beschlossen: Den entscheidenden Elfmeter im Finale schießt Trump persönlich, per Dekret. Das ist mit allen Teilnehmern abgestimmt. Im Tor steht dann Infantino. Sollte er den Ball halten – aus Versehen –, wird er dem Heimatschutzministerium überstellt. Die Schweiz verliert sodann ihren FIFA-Sitz und wird samt Neutralität für 99 Jahre an China verpachtet. Ein bisschen Strafe muss sein. Sie sehen: Könnte wirklich eine interessante WM werden.