Das Teheraner Regime hat keine guten Optionen. Iran ist zwar auch nach Israels und Amerikas Angriffen im vorigen Jahr kein Venezuela, dessen Staatschef sich die Amerikaner relativ einfach schnappen konnten. Dennoch kann der Oberste Führer Khamenei nach den blutig niedergeschlagenen Massenprotesten in seinem Land die von Trump entsandte „Armada“ und dessen Regimewechsel-Drohungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. In den Verhandlungen, die der US-Präsident wohl erzwingen will, soll das Teheraner Regime aber auf all das verzichten, worauf es sein Überleben stützt: das Atomprogramm, das Raketenprogramm und die Unterstützung für Milizen in der Region. Auch Trumps Optionen sind begrenzt Das lange Engagement im fernen Ausland allerdings ist Trumps Sache nicht, weshalb auch seine Optionen begrenzt sind. Mit ein paar Kommandosoldaten und Marschflugkörpern ist die iranische Gefahr für Israel, die Region und die Welt kaum zu beseitigen. Darauf baut Khamenei mit einer Hinhaltetaktik der dosierten Gesprächsbereitschaft. Seine überlebenden Gegner in Iran dagegen dürften kaum noch auf die „Hilfe“ zählen, die Trump ihnen vor Wochen versprach. Bestenfalls werden politische Häftlinge Teil einer Verhandlungsmasse, wenn Trump als Zerstörer des Atomabkommens von 2016 nun versucht, Teheran ein neues abzuringen. Über die mörderische Niederschlagung der Proteste spricht der US-Präsident kaum mehr. Er hat andere Prioritäten.
