FAZ 19.09.2026
15:01 Uhr

Trump und Grönland: „Auf dem einen oder anderen Weg werden wir es bekommen“


Donald Trumps Anspruch auf Grönland wurde zu einer Zerreißprobe für die NATO. Der Präsident hatte in der Vergangenheit mit einigen Aussagen für Aufregung gesorgt.

Trump und Grönland: „Auf dem einen oder anderen Weg werden wir es bekommen“

Allzu lange ist es nicht her, dass Donald Trump ausdrücklich nicht ausschließen wollte, Grönland mit militärischer Gewalt zu übernehmen. Später ruderte der amerikanische Präsident zurück, aber mehr oder minder subtile Drohungen gab es weiterhin. Trump hat den amerikanischen Anspruch auf Grönland unter anderem mit der militärischen und wirtschaftlichen Sicherheit der USA begründet. Die Lage der arktischen Insel im hohen Norden ist von großer strategischer Bedeutung: Russische Interkontinentalraketen, die auf die amerikanische Ostküste geschossen werden, könnten über Grönland fliegen. Der Streit über die Insel, die zum dänischen Königreich gehört, wurde zu einer Zerreißprobe für die NATO. Kopenhagen warnte sogar vor einem Ende des Verteidigungsbündnisses. Nun haben sich die USA, Dänemark und Grönland auf ein Abkommen geeinigt, das nach den Worten der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen „gut für die NATO und für Europa“ sei. Demnach bleibt Grönland Teil des dänischen Königreichs. Auf der anderen Seite können die USA mit dem geplanten Abkommen ihren militärischen und insbesondere wirtschaftlichen Zugriff auf die Insel festigen. Die Details der Einigung sind noch offen. Den kurvenreichen Weg dorthin markieren eine Reihe aufsehenerregender Aussagen Donald Trumps. Eine Auswahl. 18. August 2019, Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit vor Journalisten: „Im Wesentlichen ist es ein großes Immobiliengeschäft. Im Grunde genommen gehört es (Grönland) Dänemark. Wir sind sehr gute Verbündete Dänemarks, wir schützen Dänemark genauso wie wir große Teile der Welt schützen. Als das Konzept zur Sprache kam, sagte ich: ‚Natürlich wäre ich dabei.‘ Strategisch ist es interessant, und wir wären daran interessiert, aber wir werden erst einmal ein wenig mit ihnen darüber sprechen. Es steht nicht ganz oben auf der Tagesordnung, das kann ich Ihnen sagen.“ 22. Dezember 2024, Donald Trump kurz vor seiner zweiten Amtszeit auf Truth Social: „Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der ganzen Welt halten die Vereinigten Staaten von Amerika den Besitz und die Kontrolle über Grönland für eine absolute Notwendigkeit.“ 7. Januar 2025, Donald Trump wenige Tage vor seiner zweiten Amtseinführung auf die Frage, ob er militärische oder wirtschaftliche Gewalt gegen Grönland und Panama ausschließt: „Nein, ich kann Ihnen bei keinem der beiden Punkte eine Zusicherung geben, aber das kann ich sagen: Wir brauchen sie für unsere wirtschaftliche Sicherheit.“ 4. März 2025, Präsident Donald Trump während einer Rede vor dem Kongress: „Und ich habe heute Abend auch eine Botschaft an die unglaublichen Menschen in Grönland: Wir unterstützen nachdrücklich euer Recht, über eure eigene Zukunft zu entscheiden. Und wenn ihr euch dafür entscheidet, heißen wir euch in den Vereinigten Staaten von Amerika willkommen. (...) Und ich glaube, wir werden es bekommen. Auf dem einen oder anderen Weg werden wir es bekommen. Wir werden für eure Sicherheit sorgen, wir werden euch reich machen, und gemeinsam werden wir Grönland zu Höhen führen, die ihr zuvor nie für möglich gehalten hättet. Es ist eine sehr kleine Bevölkerung, aber ein sehr, sehr großes Stück Land und sehr, sehr wichtig für die militärische Sicherheit.“ 9. Januar 2026, Präsident Donald Trump im Weißen Haus: „Wir werden etwas in Bezug auf Grönland unternehmen, ob es ihnen gefällt oder nicht. Ich würde gern einen Deal auf die einfache Art erzielen. Aber wenn wir es nicht auf die einfache Art machen, werden wir es auf die harte Art machen.“ 21. Januar 2026, Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum Davos: „Das ist wahrscheinlich das wichtigste Statement, das ich gemacht habe, weil Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden. Aber ich muss keine Gewalt anwenden. Ich will keine Gewalt anwenden. Ich werde keine Gewalt anwenden.“