FAZ 04.02.2026
19:22 Uhr

Treffen mit den USA: Warum Iran nur in Oman reden will


Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington stehen auf der Kippe. Beide Seiten sind sich uneins über Ort und Format der Gespräche.

Treffen mit den USA: Warum Iran nur in Oman reden will

Erst hieß es, die Verhandlungen zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi und dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff sollten am Freitag in Istanbul stattfinden. Der Gastgeber Türkei hatte sogar schon Einladungen verschickt. Dann hieß es, Iran dringe auf eine Verlegung der Gespräche nach Oman. Mehrere Medien zitierten „regionale“ und amerikanische Quellen mit der Einschätzung, Teheran wolle mit dem Ortswechsel unterstreichen, dass es nur über sein Atomprogramm zu sprechen bereit sei – und nicht, wie von den USA gefordert, über sein Raketenarsenal und seine Unterstützung ausländischer Milizen. Am Mittwochabend meldete die Nachrichtenplattform Axios jedoch unter Berufung auf zwei amerikanische Regierungsvertreter, Washington werde sich auf den Ortswechsel nicht einlassen. Damit stehen die Verhandlungen auf der Kippe. In Oman hatten im April 2025 die Atomverhandlungen zwischen Araghchi und Witkoff begonnen. Durch den Zwölftagekrieg im Juni waren sie vorerst beendet worden. Teheran hat stets betont, den Verhandlungstisch nie verlassen zu haben. Insofern wollte es das Treffen wohl als Fortsetzung eines bestehenden Prozesses darstellen und nicht als Reaktion auf die militärischen Drohungen des amerikanischen Präsidenten und die Präsenz einer US-Flugzeugträgergruppe im Arabischen Meer. Iran will ein bilaterales Treffen mit den USA Außerdem drängte Teheran nach übereinstimmenden Medienberichten auf Änderungen im Format der Gespräche. Es wollte ein bilaterales Treffen mit den USA abhalten statt, wie bisher geplant, Vertreter der Türkei, Qatars, Omans, Ägyptens, Saudi-Arabiens und Pakistans mit einzubeziehen. Auch auf eine Änderung des Formats will sich Washington laut Axios aber nicht einlassen. Die breite Beteiligung war als Versuch beschrieben worden, das gegenseitige Misstrauen der beiden Verhandlungspartner zu überbrücken. Überschattet wurden die Vorbereitungen am Dienstag von zwei militärischen Zwischenfällen. Nach Darstellung des Zentralkommandos der Vereinigten Staaten (CENTCOM) näherte sich eine iranische Shahed-139-Drohne rund 800 Kilometer vor der iranischen Küste „aggressiv“ und mit „unklarer Absicht“ dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Sie sei von einem F-35-Kampfflugzeug abgeschossen worden, nachdem sie trotz „deeskalierender Maßnahmen“ nicht beigedreht war. US-Marine musste Handelsschiff eskortieren Wenige Stunden später hätten zwei Schnellboote der Revolutionsgarde und eine Drohne sich in hoher Geschwindigkeit einem amerikanisch beflaggten Handelsschiff mit amerikanischer Besatzung genähert. Es habe die Gefahr bestanden, dass sie das Schiff aufbringen, teilte das US-Militär mit. Das Handelsschiff sei daraufhin von einem Zerstörer mit „defensiver Luftunterstützung“ eskortiert worden. Die Nachrichtenagentur Tasnim, die mit der Revolutionsgarde verbunden ist, sprach im Zusammenhang mit der abgeschossenen Drohne von einer „Routinemission in internationalen Gewässern“. Die Drohne habe „erfolgreich ihre Überwachungsbilder an das Kommandozentrum gesandt“, bevor die Kommunikation abgerissen sei. Nach den Zwischenfällen und den Berichten über eine mögliche Verlegung des Verhandlungsorts sagte Trump, Iran verhandle „gerade jetzt“. Die Gespräche fänden „überall“ statt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll derweil in einem Treffen mit Witkoff gewarnt haben, dass iranischen Zusagen nicht zu trauen sei.