FAZ 21.01.2026
11:50 Uhr

Transfers im Winter: Schnappt ein Bundesliga-Konkurrent der Eintracht Altimira weg?


In Sevilla schien Eintracht Frankfurt den gesuchten Mittelfeldspieler gefunden zu haben. Nun steht Sergi Altimira aber vor einem Wechsel zur Konkurrenz. Dahoud und Skhiri könnten den Klub bald verlassen.

Transfers im Winter: Schnappt ein Bundesliga-Konkurrent der Eintracht Altimira weg?

Markus Krösche kennt das Geschäft hinreichend, um sich auf winterliche Transferversprechen einzulassen. „Ich bin jetzt auch schon zu lange dabei“, sagte er am Montag, als er die Gründe erläuterte, die zur Trennung von Dino Toppmöller führten, „als dass ich am 19. Januar eine absolute Aussage treffen würde, dass sich gewisse Dinge nicht auch bewegen. Das wird man sehen.“ Sein Hauptaugenmerk gilt aktuell zweifelsohne der Neubesetzung der Trainerstelle, doch zugleich ließ er durchblicken, dass auch die Kaderzusammenstellung nicht in Stein gemeißelt ist. Der Terminkalender ist mit zwei Englischen Wochen hintereinander eng getaktet, sodass der Sportvorstand auf die Frage, ob gegebenenfalls der künftige Fußballlehrer Einfluss auf das Erscheinungsbild des Frankfurter Spieleraufgebots wird nehmen können, mit dem Hinweis antwortete, dass es „jetzt keinen Zeitpunkt gibt, den wir uns gesetzt haben“. Deadline Day, was mögliche Zu- und Abgänge betrifft, ist in diesem Winter Montag, der 2. Februar. Gegenwärtig hat der Bundesligasiebte, der an diesem Mittwoch (18.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) in der Champions League auf Qarabağ Ağdam trifft, 32 Profis unter Vertrag, sechs weitere sind an andere Klubs verliehen. Sergi Altimira von Betis Sevilla, der vor der Winterpause als Wunschkandidat Toppmöllers galt, mit dem er bereits Gespräche geführt hatte und der als Option für die Sechserposition im defensiven Mittelfeld vorgesehen war, steht mittlerweile auch bei RB Leipzig hoch im Kurs; Marcel Schäfer, der Sportgeschäftsführer der Sachsen, befindet sich mit den Beratern des Vierundzwanzigjährigen, der am Wochenende beim 2:0-Sieg seines Teams gegen Villarreal zum „Man of the Match“ gekürt wurde, in fortgeschrittenen Verhandlungen, zumal Altimira dem Management von Galatasaray Istanbul absagte, das bereit gewesen wäre, ein Paket aus 25 Millionen Euro Ablöse und drei Millionen Euro Jahresgehalt zu stemmen. Grundsätzlich haben die Aufsichtsgremien der Eintracht dem Vorstand zu erkennen gegeben, dass zunächst Spieler verkauft werden können und damit nicht zuletzt Gehalt gespart werden kann, um Gedanken über neue Gesichter fortzuführen. An Spielern, für die es mit Blick auf ihre persönliche Karriere womöglich besser wäre, andernorts ihr Glück zu suchen, mangelt es nicht. Dazu gehört Ellyes Skhiri, dessen Vertrag bei der Eintracht noch bis Mitte 2027 datiert ist und auf den sein ehemaliger Arbeitgeber, der 1. FC Köln, nun wieder ein Auge geworfen hat. Was wird aus Dahoud, Baum und Buta? Auch Mo Dahoud, der noch bis Ende Juni an die Frankfurter gebunden ist, liegen Offerten vor – sowohl von einem Klub aus Südosteuropa als auch aus Nordamerika. Die Berater des zweimaligen DFB-Nationalspielers, zu denen auch Familienmitglieder zählen, sollen in ihren Gehaltsvorstellungen deutlich über den Angeboten liegen – angeblich um einen siebenstelligen Betrag. Zuletzt keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielten bei Toppmöller die Verteidiger Aurelío Buta und Elias Baum. Für beide gibt es Anfragen aus der Zweiten Bundesliga, in der Baum in der vergangenen Runde als Verteidiger zum Aufschwung der SV Elversberg beigetragen hatte. Für ihn könnte sich ein Leihgeschäft anbahnen, während Buta, der unter anderem das Interesse des VfL Bochum geweckt hat, bevorzugt abgegeben würde, zumal sein Vertrag bei der SGE zum 1. Juli ausläuft. Für Stürmer Jessic Ngankam, der noch bis Mitte 2028 bei der Eintracht gebunden ist, interessierte sich zuletzt der 1. FC Magdeburg. Doch der Tabellenzwölfte der zweiten Liga scheute zuletzt das Risiko, die Bemühungen um den Fünfundzwanzigjährigen zu intensivieren, und hat dies mit der schwerwiegenden Verletzung begründet, die der gebürtige Berliner im Frühjahr 2025 erlitt. Im Einsatz für Hannover 96, wohin ihn die Frankfurter verliehen hatten, brach bei Ngankam Schien- und Wadenbein im linken Unterschenkel. In dieser Saison kam er zu drei (Kurz-)Einsätzen für die Eintracht. Dem Vernehmen nach sieht Ngankam seine Zukunft in der ersten Liga.