Alexander Bade stand zwischen 1991 und 1994 und von 2000 bis 2006 100-mal für den 1. FC Köln in Spielen in der ersten und zweiten Bundesliga zwischen den Pfosten. Seit 2023 arbeitet der 55 Jahre alte Berliner als Torwarttrainer für den saudischen Klub al-Ahli in der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer. Herr Bade, Sie arbeiten in Dschidda, sind mit Ihrem Klub al-Ahli Dritter in der Saudi-Pro-League und stehen im Achtelfinale der Champions League. Wie verläuft der Alltag in einem Land, das in den vergangenen Tagen von iranischen Drohnen angegriffen wurde? Hier in Dschidda ist es tatsächlich noch sehr ruhig, aber wir befinden uns auch ein Stück abseits des Geschehens. Dschidda ist weiter weg von Dubai als Berlin von Kiew. Und in Berlin fühlen die Menschen sich auch sicher. Es gibt nur kleinere Veränderungen: An der amerikanischen Schule findet beispielsweise kein Präsenzunterricht mehr statt, außerdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen dort erhöht. Beruhigend ist aber vor allem, dass wir hier direkt neben der heiligen Stätte von Mekka sitzen. Ich glaube nicht, dass die Iraner Drohnen hierherschicken. Cristiano Ronaldo scheint das Land verlassen zu haben, jedenfalls ist sein Privatjet am Montagabend von Riad nach Madrid geflogen. Europäische Medien vermelden eine „Flucht“. Cristiano hat sich am Wochenende verletzt, womöglich schwerer. Ich kenne seine genauen Motive nicht, aber ich würde seine Abreise eher damit erklären, dass er sich von seinen Vertrauensärzten in Europa behandeln lassen möchte. Dass andere Spieler Saudi-Arabien verlassen wollen, habe ich bisher nicht gehört. Aber vielleicht müsste man mal Julian Weigl fragen, der spielt bei al-Qadsiah nahe der Grenze zu Bahrain, wo der Krieg viel näher ist. Direkt betroffen sind Sie durch die Absage von Spielen, die in dieser Woche stattfinden sollen. Ja. Wir sollten Champions-League-Spiele in Doha und in den Emiraten absolvieren. Die sind erst mal verschoben. Im Moment wird eine Lösung für die Fortsetzung des Wettbewerbs gesucht. Der Terminkalender ist hier noch enger getaktet als in Europa. Es gibt in Ihrem Klub den deutschen Chefcoach Matthias Jaissle und einige in Europa verwurzelte Spieler. Wird dort überlegt, wie man das Land im Falle einer weiteren Eskalation verlassen kann? Bei uns im Verein ist bislang von Panik überhaupt nichts zu spüren. Die Behörden geben an, die Angriffe auf Saudi-Arabien zu verurteilen, und bekräftigen, dass alles getan wird, um das Königreich hier zu schützen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Aber für den Fall einer schnellen Abreise haben wir alle bisher machbaren Vorbereitungen schon getroffen.
