FAZ 19.01.2026
16:43 Uhr

Tödliche Attacke: Streit unter Seglern: Berliner erhält lebenslange Haftstrafe


Zwei Freunde sind auf dem Rückweg von einer Segel-Regatta. Vor der schwedischen Küste kommt es zu einem Streit. Dann treibt einer leblos im Meer. Der andere sagt, er habe helfen wollen. Nun ist er verurteilt worden.

Tödliche Attacke: Streit unter Seglern: Berliner erhält lebenslange Haftstrafe

Nach dem Tod eines Seglers in Schweden ist ein 66-Jähriger zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den langjährigen Freund des 71 Jahre alten Opfers des Mordes schuldig. Der Angeklagte habe seinen Segelpartner im August 2024 nach einem Streit an Bord vor der schwedischen Küste zweimal massiv unter Wasser gedrückt, sagte der Vorsitzende Richter. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Der 66-Jährige habe seinen Freund retten wollen, der Versuch sei „tragisch fehlgeschlagen“. Videoaufnahmen aus einem Flugzeug Laut Anklage soll der 66 Jahre alte Deutsche seinen langjährigen Freund und Segelpartner, der nach wechselseitigen Handgreiflichkeiten ins Wasser geglitten sei, tödlich attackiert haben. Von hinten soll er sich schwimmend dem 71-jährigen Rechtsanwalt genähert und ihn schließlich unter Wasser gedrückt haben. Zuvor sei es auf dem Trimaran zu einem Streit gekommen. Die Staatsanwaltschaft stützt sich in ihrer Anklage auf Videoaufnahmen von Teilen des Geschehens im offenen Meer, die zufällig aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache aus etwa 1000 Metern Höhe heraus gefertigt wurden. Der Angeklagte wurde kurz nach dem Tod des 71-Jährigen in Schweden festgenommen. Seit November 2024 befindet er sich in Berlin in Untersuchungshaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.