„Erst mal zu Penny“, das schienen sich etwa 50 Schafe gedacht haben, die sich am Montag in einen Supermarkt im unterfränkischen Burgsinn verirrt haben. Videos, die Supermarktbesucher in sozialen Netzwerken veröffentlichten, zeigen, wie sich die Schafherde zügig durch die Schiebetüren ins Innere des Ladens schiebt. Kurz darauf standen sie 20 Minuten lang mähend im Kassenbereich. Was könnten die Schafe dazu gebracht haben, statt auf die Weide lieber ans Kühlregal zu stürmen? Dazu hat sich Dieter Michler, Schäfer und Besitzer der Schafherde, im Interview mit der „Main Post“ geäußert. Er habe „nie gedacht, dass die in so einen Laden hineinmarschieren würden“. Er habe jedoch eine Vermutung: Die Tiere am Rand seiner 500 Schafe umfassenden Herde könnten bei der Durchquerung des Industriegebiets angehalten haben, um am Wegesrand Eicheln zu fressen. Als sie dann bemerkt hätten, dass sie den Anschluss verpasst haben, könnten sie in Panik geraten – und in die nächstbeste Richtung weitergelaufen sein, zum Parkplatz des Supermarktes. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk mutmaßte Michler außerdem, die Schafe könnten jemandem gefolgt sein, der den Supermarkt mit Tasche betreten habe. Diese hätten die Tiere vielleicht für einen Kraftfuttereimer oder einen Salzsack gehalten. Filialleiter: „Ich habe gedacht, wir sind bei ‚Versteckte Kamera‘“ Auch der Leiter der Penny-Filiale, Jürgen Kipper, äußerte sich. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“. „Ich habe gedacht, wir sind bei ‚Versteckte Kamera‘.“ Den Schaden, den die Tiere angerichtet haben, beschrieb er als gering. Zwar hätten die Tiere im vorderen Bereich „eine ordentliche Sauerei“ angerichtet, sie seien aber dort geblieben. „Wären sie rechts zum Obst und Gemüse gelaufen – um Gottes willen – da hättest du sie gar nicht mehr rausgekriegt“, so Kippes. Nach Angaben des Filialleiters war es nicht leicht, die Tiere nach draußen zu bekommen. „Wir haben versucht, sie rauszuschieben, aber das ging nicht.“ Erst als eine Mitarbeiterin laut auf die Kasse geklatscht habe, hätten sich die Tiere erschreckt und seien durch die Schiebetür zurück auf den Parkplatz gesprungen. Inzwischen sei der „Stallgeruch“ wieder verschwunden. Erst hätten er und die Mitarbeiterinnen den Markt gereinigt, dann sei eine professionelle Grundreinigung erfolgt. Laut Medienbericht plant Penny nun, eine Patenschaft „für die 50 schaf-sinnigen Ausreißer“ zu übernehmen. Für die Herde solle etwa das Futter gestellt werden, dazu wolle das Unternehmen den Schäfer kontaktieren.
