Thailands früherer Ministerpräsident Thaksin Shinawatra ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Zahlreiche Familienmitglieder und Anhänger empfingen den 76 Jahre alten ehemaligen Regierungschef der lokalen Presse zufolge am Montag jubelnd vor dem Gefängnis in Bangkok. Er saß seit September vergangenen Jahres im Gefängnis, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass er eine frühere Haftstrafe unrechtmäßig in einem Krankenhaus verbracht hatte. Thaksin, dessen Tochter Paetongtarn im August 2025 als Ministerpräsidentin abgesetzt worden war, muss den Berichten zufolge für die verbleibende Haftzeit eine elektronische Fußfessel tragen. In Thailand wird nun darüber spekuliert, ob sich der Unternehmer und Milliardär wieder politisch engagieren wird. Seit rund zwei Jahrzehnten wird das Land durch den teilweise auch mit Gewalt ausgefochtenen Machtkampf zwischen der royalistischen Elite des Landes und Thaksins Anhängern geprägt. Wegen Korruptionsvorwürfen zu acht Jahren Haft verurteilt Das Thaksin-Lager wird durch die Pheu Thai Party repräsentiert, die nach der Wahl des derzeitigen Ministerpräsidenten Anutin Charnvirakul im März der Regierungskoalition angehört. Die einst dominante Partei hatte bei der Wahl erheblich an Stärke eingebüßt und nur noch die drittmeisten Stimmen bekommen. Spekulationen zufolge könnte Thaksins vorzeitige Entlassung auf einer Absprache mit der regierenden Bhumjaithai Party beruhen. Der Milliardär, der durch Geschäfte in der Telekommunikationsbranche reich geworden war, war 2023 nach 15 Jahren aus dem Exil nach Thailand zurückgekehrt. Aufgrund von Korruptionsvorwürfen, die zu seiner Amtszeit als Ministerpräsident von 2001 bis 2006 aufgekommen waren, hatte ihn ein Gericht zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde dann auf ein Jahr verkürzt. Bereits im Februar 2024 wurde er wieder entlassen. Hintergrund soll eine Absprache mit seinen früheren Gegnern in den königstreuen Parteien gewesen sein, die bei vielen seiner Anhänger Unmut erregt hatte. Fachleuten zufolge hat Thaksin viel von seinen früheren Einflussmöglichkeiten verloren. Sowohl seine als auch die Nachfolgeregierung seiner Schwester Yingluck waren jeweils durch einen Militärputsch beendet worden.
