FAZ 14.12.2025
21:27 Uhr

Terriers Traumtor: Ein Skorpion für das Netz


Leverkusens Martin Terrier sorgt mit seinem Tor gegen Köln für einen „magischen Moment“ und erinnert an einen „verrückten“ Torwart-Helden. Der Internet-Ruhm scheint ihm sicher.

Terriers Traumtor: Ein Skorpion für das Netz

Selbst die jüngeren Beobachter des globalen Fußballgeschehens wissen dank der unendlichen Flut an Handyfilmchen etwas mit dem Namen René Higuita anzufangen. Der kolumbianische Torhüter, den sie „el Loco“, den Verrückten, nannten, ist dank seines „Scorpion Kick“ unvergessen. Nicht nur, weil diese komplizierte Technik nur ganz selten zum Einsatz kommt, sondern weil Higuita sie als Torwartparade anwendete: Nach einer Art Tauchbewegung unter dem Ball hindurch schnellt ein Bein wie der Stachel eines Skorpions nach oben, per Hacke wird die Kugel auf diese Weise in die gewünschte Richtung befördert. Perfekter Social-Media-Content aus einer Zeit ohne Social Media. Das Publikum in Leverkusen hat diese Rarität nun bereits zum zweiten Mal live präsentiert bekommen: 2021 traf Gladbachs Valentino Lazaro hier auf diese Art. Selbstverständlich wurde das Kunststück zum Tor des Jahres gewählt. Am Samstag gelang nun Leverkusens Martin Terrier ein „Scorpion Kick“ zum 1:0 gegen Köln, Trainer Hjulmand sprach von einem „magischen Moment“. Damit ist Terrier zwar noch keine Legende wie Higuita, aber in der Social-Media-Welt dürfte er zumindest für ein Wochenende auch in China, Madagaskar, Peru oder Island zu einer kleinen Berühmtheit geworden sein.