Kann das sein? Das musste man sich auch in diesem Sportjahr wieder fragen, in dem in der Fußball-Bundesliga erstmals die halbautomatische Abseitstechnologie eingesetzt wurde. Sie soll die Schiedsrichter dadurch unterstützen, dass Künstliche Intelligenz aus mit Spezialkameras erfassten Daten über Ball- und Spielerbewegungen schnell eine virtuelle Abseitslinie erstellt. Als die Schiedsrichter im Anschluss an das Bundesligaspiel zwischen St. Pauli und Mönchengladbach aber meldeten, dass das Programm „ein falsches Ergebnis geliefert hat, weil eine Abseitslinie am falschen Abwehrspieler gezogen wurde“, sendete das, weil ihnen dieser Fehler aufgefallen war, auch eine schöne Botschaft: dass weiter nicht die Maschine am Menschen, sondern der Mensch an der Maschine zweifeln sollte. So wie der Basketballspieler Stephen Curry das gemacht hat, als er sich 2021 im TD Garden in Boston für das dritte Spiel der Finalserie der nordamerikanischen NBA warmgeworfen hat. Er, der beste Werfer der Gegenwart und der Geschichte, hat damals vor dem Spiel Wurf um Wurf um Wurf verfehlt. Und weil Curry weiß, was er kann, zweifelte er nicht an sich, sondern an der Maschine. Als die Hallentechniker dann die Korbanlage prüften, stellten sie fest, dass der Ring fünf Zentimeter höher hing, als er sollte.
