FAZ 25.11.2025
03:09 Uhr

Suchtbeauftragter: Streeck warnt vor Gefahren durch soziale Netzwerke


Der dauerhafte Aufenthalt in sozialen Netzwerken begünstige depressive Symptome, warnt der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung. Er fordert, die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht zu nehmen.

Suchtbeauftragter: Streeck warnt vor Gefahren durch soziale Netzwerke

Der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, warnt vor gesundheitlichen Risiken bei der Nutzung sozialer Medien. „Wissenschaftliche Studien zeigen, dass exzessives Gaming, Streaming und der dauerhafte Aufenthalt in sozialen Netzwerken depressive Symptome begünstigen können“, sagte Streeck der „Rheinischen Post“. Das gelte besonders dann, wenn zentrale Bereiche des realen Lebens wie Freundschaften, Bewegung, Schule und Schlaf vernachlässigt würden. Aus ärztlicher Sicht sehe er, „wie algorithmische und suchtfördernde Mechanismen sich auf die psychische Gesundheit auswirken“, sagte Streeck. Er plädiert deshalb für „altersgerechte Schutzmechanismen“. „Plattformen müssen stärker in die Pflicht genommen werden, ihre Angebote sicherer zu gestalten“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete. „Genauso wichtig ist es, junge Menschen zu stärken durch Prävention, Aufklärung und Stärkung der Medienkompetenz.“ Bereits im Sommer hatte sich Streeck für strengere Regeln für soziale Medien ausgesprochen. „Ich bin dafür, dass es künftig strikt abgestufte Altersvorgaben für soziale Medien gibt und die Altersprüfungen auch wirklich wirksam stattfinden“, sagte er der „Rheinischen Post“.