FAZ 21.01.2026
18:55 Uhr

Streamen und Gaming: Champions League treibt Datenverkehr zu Rekorden


Streamende Serienfans, Onlinespieler und Fragen an KI-Modelle lassen den weltweiten Datenverkehr von Jahr zu Jahr anwachsen. Aber nichts treibt ihn so sehr wie „König Fußball“.

Streamen und Gaming: Champions League treibt Datenverkehr zu Rekorden

Wieder einmal war es ein Spieltag der Champions League, der das Internet in eine Art Rausch versetzt hat: Am 9. Dezember, als am 6. Spieltag unter anderem FC Barcelona gegen Eintracht Frankfurt und Inter Mailand gegen den FC Liverpool antraten, hat das weltweit versandte Datenvolumen den Höchststand des Jahres 2025 erreicht: 26,99 Terabit je Sekunde wurden um kurz nach 20 Uhr in den weltweit verteilten Austauschknoten des Unternehmens De-Cix gemessen. Zeitgleich erreichte Europas größtes Datendrehkreuz, der De-Cix Frankfurt, mit 18,73 Terabit je Sekunde eine neue Allzeit-Höchstmarke. Wie unvorstellbar groß diese Zahl ist, soll eine Umrechnung zeigen, die der in Frankfurt ansässige Anbieter von Dienstleistungen zum Datentransfer zwischen Anbietern und Strukturen des weltweiten Netzes gleich mitliefert: Wollte man all die Informationen, die in den 26,99 Terabit stecken, auf Papier ausdrucken, entstünde ein Stapel, der 21 Mal höher wäre als der Mount Everest (8.849 Meter). Und das jede Sekunde. Um den gesamten Datenverkehr, der um die Welt saust, vorstellbarer zu machen, hat ein Unternehmenssprecher eine andere Vergleichsgröße gefunden: Im vergangenen Jahr seien 79 Exabyte (EB) an Daten über die De-Cix-Knoten ausgetauscht worden. Das entspräche dem 2,2 Millionen Jahre langen Stream eines Fußballspiels in High-Definition-Qualität. Dieser Vergleich macht auch den weiteren Zuwachs des digitalen Austauschs deutlich: In der Bilanz des Jahres 2024 standen noch 68 Millionen Exabyte – oder 200.000 Jahre weniger Spiellänge. Der weitaus größte Anteil dieser Mengen wird nach wie vor über die in zahlreichen Rechenzentren untergebrachte De-Cix-Technik am Austauschknoten Frankfurt abgewickelt. Der Verkehr habe auf 48 Exabyte zugelegt, ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2024, berichtet das Unternehmen. Anderswo steigen die Datenmengen schneller an: Weltweit sind sie laut De-Cix-Bilanz um 16 Prozent gestiegen; in Frankfurt hatte der Anstieg von 2023 auf 2024 noch bei 13 Prozent gelegen. Aktuell sind die Wachstumszahlen der De-Cix-Standorte in Nordamerika, Südostasien und Südeuropa höher. Wobei sie aber meist noch in Petabyte messbar sind und damit nicht annähernd an die Frankfurter Leistung heranreichen.