FAZ 27.12.2025
18:00 Uhr

Stärke von 7,0: Schweres Erdbeben vor der Küste Taiwans


In dem Land am pazifischen Feuerring kommt es immer wieder zu Erdbebenwarnungen — jetzt schlagen die Behörden abermals Alarm. Auch der weltweit größte Chiphersteller ist betroffen.

Stärke von 7,0: Schweres Erdbeben vor der Küste Taiwans

Vor der Küste Taiwans hat sich ein schweres Erdbeben ereignet. Das Beben rund 30 Kilometer östlich des Landkreises Yilan sei mit einer Stärke von 7,0 registriert worden, teilte die Wetterbehörde Taiwans mit. Es sei gegen 23.00 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von über 72 Kilometern aufgetreten. Es war im gesamten Norden Taiwans zu spüren und erschütterte auch Gebäude in der Hauptstadt Taipeh. Berichte über größere ⁠Schäden lagen zunächst nicht vor. In Yilan fiel bei mehr als 3000 Haushalten kurzzeitig der Strom aus. ‌ Wie die taiwanische Nachrichtenagentur CNA berichtete, war es nach 1999 und 2024 das drittstärkste Beben in der jüngeren Landesgeschichte. Bis dato gebe es keine Meldungen über Verletzte. In den kommenden Tagen sei allerdings mit erheblichen Nachbeben zu rechnen, zitierte die Nachrichtenagentur einen Experten der Wetterbehörde. Unterdessen hat der weltweit größte Chip-Auftragsfertiger TSMC vorübergehend einige seiner Einrichtungen aufgrund des Erdbebens evakuiert. Eine kleine Zahl von Anlagen im Wissenschaftspark Hsinchu, dem Hauptsitz des Unternehmens, habe die Kriterien dafür erreicht, teilte der Konzern am Samstag mit. „Die Arbeitssicherheitssysteme in allen Anlagen funktionieren normal“, hieß es in der kurzen Erklärung. Später hieß es, die Mitarbeiter seien an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Angaben zu etwaigen Auswirkungen auf die Fertigung ⁠lagen zunächst nicht vor. Taiwan liegt am Pazifischen Feuerring, einer hufeisenförmigen Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. Sie wird häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht.