Ein Diadem mit einer ganz besonderen Geschichte, die nach Deutschland führt: Was würde besser zu einem Staatsbankett zu Ehren des deutschen Bundespräsidenten passen? Das dachte sich wohl auch Prinzessin Catherine und wählte ein selten gesehenes Erbstück von Königin Victoria, das zugleich zu den bedeutendsten Kostbarkeiten aus ihrer Sammlung zählt. Entworfen hat den sogenannten Orientalischen Reif Victorias Mann Albert, ihr Cousin, ein deutscher Prinz aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Angefertigt hat das Diadem 1853 der damalige Hoflieferant Garrard aus London. Albert wählte damals Opale für seine Frau, ein Stein, der auch für die Liebe steht, zudem rund 2600 Diamanten. Ursprünglich war das Diadem tatsächlich ein Reif, Victoria ließ ihn 1858 allerdings zu einem Halbreif umarbeiten. Nur wenig später, 1861, starb ihr geliebter Mann, und die Witwe trug 40 Jahre lang nur noch Schwarz und Trauerschmuck. Das Diadem, eines der ältesten Stücke in der königlichen Sammlung, ging als Erbe an ihre Schwiegertochter, Königin Alexandra. Da sie Opale nicht mochte, sie brächten angeblich Unglück, ersetzte sie die Steine durch Rubine. Und trug das Diadem nur einmal – beim Staatsbesuch 1909 in Deutschland an der Seite ihres Manns, König Eduard VII. Danach verschwand es in der Schatulle. Erst Königin Elisabeth, die Großmutter des britischen Königs Charles III., trug das Diadem 30 Jahre später wieder gerne, ihre Tochter, Königin Elisabeth II., hingegen nur einmal: nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2005 bei einer Reise nach Malta. Am Donnerstagabend trug das wertvolle Stück erstmals keine Königin, sondern wohl eine künftige: Catherine, die Prinzessin von Wales.
