FAZ 27.01.2026
16:41 Uhr

Staatsanwaltschaft Konstanz: Verfahren gegen Tilman Kuban eingestellt


Wegen nicht näher genannter Vorwürfe aus seinem privaten Umfeld ließ der CDU-Bundestagsabgeordnete sein Fraktionsamt ruhen. Nun wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Staatsanwaltschaft Konstanz: Verfahren gegen Tilman Kuban eingestellt

Die Ermittlungen gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Tilman Kuban sind eingestellt worden. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz der F.A.Z. am Dienstag. Zunächst hatte der „Spiegel“ berichtet. „Wir haben das Verfahren mangels eines hinreichenden Tatverdachts eingestellt“, sagte der Sprecher. Bislang sei gegen den Beschluss keine Einstellungsbeschwerde eingelegt worden, diese Möglichkeit bestehe aber noch. Im Oktober war bekannt geworden, dass der frühere Junge-Union-Chef Kuban sein Fraktionsamt wegen nicht näher genannter Vorwürfe aus seinem privaten Umfeld ruhen lässt. Bis zur Klärung der Vorwürfe sei Kuban nicht mehr Vorsitzender der Arbeitsgruppe für EU-Angelegenheiten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte ein Fraktionssprecher damals der F.A.Z. „Die Fraktionsspitze nimmt die Vorwürfe ernst, ohne eine rechtliche oder tatsächliche Bewertung vornehmen zu können“, sagte er weiter. „Diese kann nur durch die ermittelnde Behörde erfolgen, es gilt die Unschuldsvermutung.“ Zudem teilte der Sprecher mit, dass die Mitglieder des Immunitätsausschusses des Bundestags über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt worden seien. Für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens hatte der Bundestag zu Beginn der Legislatur die Immunität der Abgeordneten pauschal aufgehoben. Kuban stand von 2019 bis 2022 an der Spitze der CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union. Im Jahr 2021 wurde er in den Bundestag gewählt. Sein aktueller Fraktionsposten als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Europa soll bis auf Weiteres von seinem Stellvertreter übernommen werden.