FAZ 13.12.2025
17:43 Uhr

Spätes Gegentor zählt nicht: Eintracht Frankfurt jubelt nach turbulenter Schlussphase


Die Frankfurter liegen im Bundesliga-Duell mit dem FC Augsburg bis kurz vor Schluss knapp in Führung. Doch dann landet der Ball im Eintracht-Tor. Nach langer Überprüfung wird der Treffer zurückgenommen.

Spätes Gegentor zählt nicht: Eintracht Frankfurt jubelt nach turbulenter Schlussphase

Eintracht Frankfurt hat dem Debakel gegen RB Leipzig einen Heimsieg folgen lassen und mit einem mühevollen Sieg für etwas Ruhe gesorgt. Das Team von Trainer Dino Toppmöller gewann am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga trotz einer durchwachsenen Leistung 1:0 (0:0) gegen den FC Augsburg und wahrte so den Kontakt zu den Champions-League-Rängen. Vor 58.300 Zuschauern wendeten die Hessen dank des Treffers von Ritsu Doan (68. Minute) eine dritte Niederlage innerhalb von acht Tagen ab. Der glückliche Heimerfolg gegen einen Abstiegsanwärter war für Frankfurt aber nicht gerade ein sportlicher Mutmacher. Zumal den Gästen zwei Treffer nachträglich vom Video Assistant Referee (VAR) aberkannt wurden. „Es war extrem wichtig“, sagte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche bei Sky: „Fußballerisch hatten wir unsere Schwierigkeiten, aber manchmal musst du einfach nur gewinnen, und das haben wir gemacht. Das sah nicht immer schön aus, aber es muss auch nicht immer schön aussehen.“ Augsburgs Interimstrainer Manuel Baum musste sich im zweiten von drei angepeilten Spielen bis zur Weihnachtspause erstmals geschlagen geben. Eine Woche nach dem 2:0-Coup gegen Bayer Leverkusen gelang es dem Nachfolger von Sandro Wagner trotz einer ordentlichen Leistung seines Teams nicht, auch dem nächsten Champions-League-Klub Punkte abzuluchsen. Das Startelf-Comeback von Can Uzun, das Toppmöller noch angedeutet hatte, blieb diesmal noch aus. In Abwesenheit der verletzten Stürmer Jonathan Burkardt und Michy Batshuayi sind die Hessen auf jede Offensivkraft angewiesen, wie die letzten Spiele bei RB Leipzig (0:6) und beim großen FC Barcelona (1:2) eindrucksvoll zeigten. Sorgen um seinen Job muss sich Toppmöller aber derzeit nicht machen, wie sein Chef Krösche vor Anpfiff bei Sky versicherte. „Wir haben die jüngste Mannschaft, da gehören Schwankungen dazu. Der Trainer macht einen guten Job, er arbeitet mit der Mannschaft“, sagte Sport-Vorstand Krösche über den Chefcoach, der in Frankfurt seine dritte Saison bestreitet. Holprig und zäh wurde es aber auch gegen Augsburg. Das große Selbstvertrauen, das die Eintracht noch zu Saisonbeginn auszeichnete, ist aktuell verschwunden. Schon nach drei Minuten musste Torhüter Michael Zetterer erstmals hinter sich greifen, als Augsburgs Abwehrchef Chrislain Matsima wuchtig ins Tor köpfte – wegen einer Abseitsposition wurde das Tor nach längerer Video-Unterbrechung aber zurückgenommen. Danach übernahmen die Gastgeber zunehmend die Kontrolle, ohne richtig zwingend zu werden. Ansgar Knauff (10.) und Arthur Theate (21.) kamen immerhin zu guten Abschlüssen im Strafraum. Doch zunächst parierte Augsburgs Schlussmann Finn Dahmen, dann zielte der belgische Verteidiger freistehend aus kurzer Distanz zu hoch. So ging es mit einem 0:0 der wenig aufregenden Sorte und deutlich vernehmbaren Pfiffen der Fans in die Kabine. Und das, obwohl zwei der schwächsten Defensivreihen aufeinandertrafen. Später Ausgleich zählt nicht Nach der Pause kamen Uzun und Neu-Nationalspieler Nathaniel Brown dann schnell – sie sollten dem statischen Eintracht-Spiel Dynamik und neue Ideen verleihen. Uzun kam direkt in seine Aktionen, leistete sich aber ein paar einfache Abspielfehler. Auch die Gäste aus Augsburg spielten ihre Konter häufig unsauber zu Ende. In der letzten halben Stunde wurde es turbulent: Erst brachte Doan die Eintracht mit einem abgefälschten Schuss in Führung. Dann erhöhte Augsburg das Risiko und kam zu Chancen. Abwehrspieler Noahkai Banks nutzte kurz vor dem Ende eine Unaufmerksamkeit zum Ausgleich – doch auch dieses Tor wurde nach minutenlanger Überprüfung wegen einer minimalen Abseitsposition unmittelbar davor aberkannt.