FAZ 02.02.2026
17:50 Uhr

Sohn der Kronprinzessin: Marius Borg Høiby muss mindestens vier Wochen in U-Haft


Körperverletzung, Messerbedrohung und Verstoß gegen ein Kontaktverbot: Nach neuen Vorwürfen kommt der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit in Untersuchungshaft.

Sohn der Kronprinzessin: Marius Borg Høiby muss mindestens vier Wochen in U-Haft

Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, muss wegen weiterer Gewaltvorwürfe für mindestens vier Wochen in Untersuchungshaft. Das entschied ein Richter am Nachmittag in Oslo, wie die Nachrichtenagentur NTB berichtete. Høiby war am Sonntagabend festgenommen worden. Der 29-Jährige werde des körperlichen Übergriffs, der Drohung mit einem Messer und des Verstoßes gegen ein Besuchsverbot verdächtigt, teilte die Polizei mit. Høiby soll Berichten zufolge am Wochenende ausfällig geworden sein, die Festnahme erfolgte am Sonntagabend. Zu den neuen Vorwürfen äußerte er sich zunächst nicht. In Oslo beginnt am Dienstag der Prozess gegen Høiby. Ihm werden 38 Straftaten zur Last gelegt, darunter Vergewaltigung, Misshandlung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Besitz und Weitergabe von Drogen. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 16 Jahren. 3,5 Kilogramm Marihuana aufbewahrt Die ersten Vorwürfe waren 2024 laut geworden – seitdem ist ihre Zahl stetig gewachsen. Zuletzt kamen erst vor einigen Wochen sechs weitere Anklagepunkte hinzu: So soll Marius Borg Høiby etwa 3,5 Kilogramm Marihuana aufbewahrt und transportiert haben und mehrfach zu schnell Motorrad gefahren sein. Im Sommer 2024 hatte er zugegeben, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. In einer Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen und davon, seit längerem mit Drogenmissbrauch zu kämpfen. Die Ermittler sind sicher, dass er sich eine ganze Reihe an Straftaten zuschulden hat kommen lassen, darunter mehrere Sexualstraftaten nach dem norwegischen Vergewaltigungsparagrafen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Der Prozess soll bis Mitte März andauern. Nach dem Verlesen der Anklageschrift und den Plädoyers am ersten Tag soll Høiby am zweiten Prozesstag zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung nehmen. Außerdem kommen mehrere mutmaßliche Opfer und Zeuginnen zu Wort, darunter Ex-Freundinnen des Angeklagten. Es herrschen strenge Vorgaben für die Berichterstattung über die Frauen. Zahlreiche der Aussagen finden hinter verschlossenen Türen statt. Das Medieninteresse ist immens.