Die Familie Prevc prägt weiter das Skispringen der Frauen und Männer. Nika Prevc gewann am Montag den Weltcup im österreichischen Villach vor Lokalmatadorin Lisa Eder und der drittplatzierten Selina Freitag. Ihr Bruder Domen Prevc siegte wenig später in der Qualifikation zum letzten Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Der Führende der Gesamtwertung gewann auch die Qualifikation von Bischofshofen mit einem Sprung auf 140,0 m ohne Probleme. Auch alle fünf DSV-Adler sind am Dienstag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport) im Wettkampf dabei. Der Slowene Prevc, der nach Siegen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und Platz zwei in Innsbruck wohl nur noch durch das Wetter oder eine Disqualifikation gestoppt werden kann, lag damit auch vor seinen ärgsten Verfolgern im Kampf um den Goldadler: Jan Hörl landete als Dritter ebenso hinter Prevc wie Stephan Embacher (beide Österreich), der Zweiter wurde. Das deutsche Quintett erlebte vor 4250 Fans einen Tag mit Licht und Schatten. Philipp Raimund war als Sechster bester DSV-Adler. Felix Hoffmann, als Fünfter der Gesamtwertung noch mit Podestchancen, kam nicht über den elften Platz hinaus. Für eine Überraschung sorgte Andreas Wellinger, der als 23. vor Pius Paschke (25.) lag. „Das gibt ein gutes Gefühl“, sagte Wellinger. Karl Geiger schaffte als 44. soeben den Sprung unter die besten 50. Prevc geht mit einem Vorsprung von umgerechnet 22 Metern auf Hörl in das letzte Springen. Nur einmal in der Tournee-Geschichte gab ein Springer einen so großen Vorsprung noch aus der Hand. 1971/72 war der Japaner Yukio Kasaya nach Siegen auf den ersten drei Schanzen abgereist, um sich auf die Olympischen Spiele im heimischen Sapporo vorzubereiten. Freitag wieder auf dem Podest Nika Prevc sprang auf der Normalschanze in Villach derweil 94,5 und 94 Meter weit. Durch den Erfolg übernahm die 20-Jährige auch die Führung im Gesamtweltcup von der Japanerin Nozomi Maruyama. Bei den Männern liegt ihr Bruder Domen Prevc dort und bei der Vierschanzentournee vorne. Die 24-jährige Freitag aus dem Erzgebirge landete nach 91 und 94 Metern. Für sie war es der dritte Podestplatz in Serie. Zweitbeste Deutsche wurde Agnes Reisch auf Rang neun. Katharina Schmid, die am Ende der Saison ihre Karriere beendet, landete auf dem zehnten Platz. Vier Tage nach dem Ende der gut besuchten Two-Nights-Tour in Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf sprangen die Athletinnen vor recht trostloser Kulisse mit sehr wenigen Zuschauern. Ziemlich genau in einem Jahr soll das anders sein. Dann ist die Vierschanzentournee erstmals auch für Frauen geplant. Bei dem Event findet am 5. und 6. Januar traditionell das große Finale in Bischofshofen statt. Knackpunkt für eine Frauen-Tournee war bisher das fehlende Flutlicht auf der dritten Station in Innsbruck. Das Land Tirol, der Bund, die Stadt und der Österreichische Skiverband einigten sich nun auf die Finanzierung einer Flutlichtanlage.
