FAZ 31.12.2025
12:04 Uhr

Silvesterfeuerwerk: Debatte hält an, Verkauf läuft


Über ein Verbot von Silvester-Böllern wird seit Jahren diskutiert, zum Für und Wider gehören Traditionsbewusstsein und Sorge ums Tierwohl,  Umweltfragen und Freiheitsanspruch. Derweil füllen sich die Warenkörbe.

Silvesterfeuerwerk: Debatte hält an, Verkauf läuft

Die Feuerwerkerei Schwab in Frankfurt-Enkheim bietet ein breites Sortiment: von extrem lautem Feuerwerk über China-Böller und Bengal-Fackeln bis hin zu kindgerechten Produkten, die aussehen, als seien sie aus Einhornstaub gemacht. Peter Balzer, Sohn von Inhaberin Ursula Balzer, behält den Überblick. Bislang sei das Kaufverhalten nicht anders als in früheren Jahren, sagt er. Genau wisse er es aber erst am letzten Tag des Geschäfts. Seine Prognose: „Es wird ein normales, durchschnittliches Jahr.“ Manche Kunden gäben nur zehn Euro aus für ein kleines Tischfeuerwerk, andere bis zu 300 Euro für ein großes Verbundfeuerwerk – bekannt auch unter dem Begriff Batterie. Einige Vorbestellungen habe es gegeben. Wer vorbestellt hat, kann ohne Wartezeit abholen. Der Trend verschiebe sich von einzelnen Raketen hin zum Verbundfeuerwerk. Einmal anzünden, minutenlang genießen. Viele mögen die komfortable Lösung aus Batterien, die zwischen 30 und 120 Sekunden den Himmel beleuchten – ohne viel Aufwand. Das klingt nicht nur nach Pragmatismus, sondern auch nach einem erhöhten Sicherheitsbewusstsein. „Ich habe Haustiere, für die ist das ganz schlimm.“ Auf die Debatte über ein Verbot von Silvester-Böllern werde er im Geschäft selten angesprochen, sagt Balzer. Wenn man sich im nahe gelegenen Hessen-Center unter Passanten umhört, fallen die Reaktionen aber deutlich aus. Das Ehepaar Lermann sieht das Problem vor allem bei illegalen Feuerwerkskörpern. „Es passiert ja auch immer so viel“, sagen beide. „Und dann ist die Hand plötzlich weg.“ Das Ehepaar spricht sich für ein Verbot aus. Ein paar Schritte weiter steht Vesna Glumicic, die schon länger über das im Raum stehende Verbot nachdenkt. In der Regel halte sie sehr wenig von Verboten, da vor allem der illegale Markt davon profitiere. Doch sie sagt auch: „Ich habe Haustiere, für die ist das ganz schlimm.“ Um Verletzungen vermeiden zu können, wünsche sie sich mehr Aufklärung. Über eine sichere Handhabung, über geprüfte Produkte und über Rücksicht – gegenüber anderen Menschen und den Tieren. Auch Brunhild Wittich hat einen Hund. „Er leidet immer“, sagt sie. Es gehe ihr aber auch um Wildtiere und um die Umwelt, um Feinstaub und Müll. Gründe, die Gewicht haben. Doch für manche Menschen gehört Feuerwerk an Silvester einfach dazu. Wie Fondue oder Raclette, wie Dinner for One, wie Wachsgießen und ein Glas Sekt. So auch für Vater und Sohn, die bereits kurz nach Ladenöffnung in der Feuerwerkerei Schwab eintreffen. Ihnen gehe es nicht um die lauten Geräusche, sondern um das Leuchten im Himmel. Ein häufiges Motiv: der Wunsch nach einem Moment des Staunens. „Wir haben selbst einen Hund, aber es würde trotzdem etwas fehlen“, sagen sie zur Verbotsdebatte. Ein generelles Feuerwerksverbot wird zwar immer wieder diskutiert, eine zeitnahe Umsetzung zeichnet sich jedoch nicht ab. Für die Branche bleibt das Geschäft also planbar, das Thema aber dennoch sensibel. In der Feuerwerkerei Schwab kann am Silvestertag noch bis 14 Uhr eingekauft werden.