FAZ 09.02.2026
08:38 Uhr

Sicherheit von Kontrolleuren: RMV unterstützt Einsatz von Bodycams


Die von einem Fahrgast verübte Attacke werde innerhalb der Branchenverbände und mit den rund 160 im RMV zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen thematisiert, heißt auf Anfrage.

Sicherheit von Kontrolleuren: RMV unterstützt Einsatz von Bodycams

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz zum Anlass nehmen, den Schutz der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr zu forcieren. Die von einem Fahrgast verübte Attacke werde innerhalb der Branchenverbände und mit den rund 160 im RMV zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen thematisiert, heißt es auf Anfrage. Dabei gehe es darum, die Risiken für Zugbegleiter und Kontrollkräfte zu bewerten und zu erörtern, wie Angriffe auf sie künftig noch besser verhindert werden könnten. Zwar werde das Prüf-, Sicherheits- und Zugbegleitpersonal durch die Verkehrsunternehmen angestellt und ausgerüstet, heißt es beim RMV weiter. Allerdings stehe der Verbund mit den Unternehmen in regelmäßigem und engem Austausch, um höchstmögliche Sicherheit für das Personal zu erreichen. So würden beispielsweise in allen S-Bahnen und in nahezu allen Regionalzügen Videokameras zur Überwachung eingesetzt. Diese könnten einerseits Kriminelle abschrecken und andererseits dazu beitragen, begangene Straftaten aufzuklären. Auch an einem gemeinsamen Vorhaben mit der Deutschen Bahn, bei dem der Einsatz von Bodycams – von den Bediensteten am Körper getragenen Kameras – getestet werde, beteilige sich der RMV. Ein RMV-Sprecher äußerte sich erschüttert über den Tod des Bahnbediensteten in Rheinland-Pfalz. Zugbegleiter wie Serkan C. sorgten, ebenso wie Rettungskräfte, für ein funktionierendes gesellschaftliches Miteinander. Deshalb seien Angriffe auf sie in besonderer Weise und auf das Schärfste zu verurteilen. Fahrkartenkontrolleure werden speziell geschult, um kritische Situationen ohne Körpereinsatz zu bewältigen. Die Deutsche Bahn veranstaltet regelmäßige „Selbstbehauptungstrainings“ für ihre Kundenbetreuer im Nahverkehr, bei denen es ebenfalls darum geht, Auseinandersetzungen möglichst nicht eskalieren zu lassen. Zudem sind Kontrolleure zu ihrem eigenen Schutz in der Regel nicht allein unterwegs. Doch trotz Deeskalationstraining und Team-Streifen kommt es auch im öffentlichen Nahverkehr rund um Frankfurt immer wieder einmal zu gewalttätigen Angriffen gegen das Fahrpersonal oder gegen Kontrolleure. Dabei handele es sich zwar um Einzelfälle, die zudem meist glimpflich abgingen, heißt es bei den Verkehrsunternehmen. Die Zahl der Übergriffe habe in den vergangenen Jahren aber zugenommen, und es gebe eine Tendenz zu immer brutalerem Vorgehen. So werde auf einen bereits am Boden liegenden Menschen häufig auch noch eingetreten. Ein solcher Fall ereignete sich beispielsweise im Juli 2024 in Offenbach bei der Attacke eines Buspassagiers auf einen Kontrolleur. Laut Polizeibericht packte sich der Unbekannte, dessen Fahrkarte überprüft werden sollte, das Prüfgerät des Kontrolleurs und rannte damit davon. Als der Bestohlene dem Täter folgte und zu Boden stürzte, trat dieser ihm gegen den Kopf.