FAZ 05.12.2025
19:30 Uhr

Sicherheit in Fußballstadien: Eingeknickt vor den Fans


Die Innenminister der Länder wollten Fußballstadien sicherer machen. Aber sie sind vor dem Protest echter oder vermeintlicher Fans in die Knie gegangen.

Sicherheit in Fußballstadien: Eingeknickt vor den Fans

Sind die Innenminister der Länder vor der tatsächlichen oder selbst ernannten Lobby der Fußballfans hierzulande eingeknickt? Die hatte sich alle Mühe gegeben, deren Pläne für mehr Sicherheit in den Stadien mit Schweigeminuten vor den Spielen als Grundrechtseingriff von orwellschem Ausmaß in Misskredit zu bringen. Die Fußballvereine und -verbände sekundierten nur allzu bereitwillig. Von den ursprünglichen Vorschlägen ist in den Beschlüssen der Innenministerkonferenz jedenfalls nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Das Interesse der Allgemeinheit Man mag darüber streiten, ob personalisierte Eintrittskarten für die Spiele, wie sie einmal erwogen worden waren, rechtlich zulässig und verhältnismäßig wären. Zu Recht haben die Innenminister hervorgehoben, dass die Fans nicht unter Generalverdacht gestellt werden dürften. Aber ob sie tatsächlich „Maß und Mitte“ bewahrt ­haben, wie es der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), als Ziel ausgegeben hatte, erscheint doch zweifelhaft. Bezeichnend ist Mäurers Aussage, der Dialog mit den Fans müsse im Vordergrund stehen. Mit ihnen muss auf jeden Fall gesprochen werden. Aber im Vordergrund stehen sollte das Interesse der Allgemeinheit. Das Interesse daran, dass Fußballspiele nicht regelmäßig zu Gewaltorgien ausarten – in und außerhalb der Stadien. Da helfen keine Schweigeminuten.