FAZ 26.02.2026
16:24 Uhr

Seltene Planetenkonstellation: Die Parade der sechs


Gleich sechs Planeten sind nach Einbruch der Dunkelheit am Himmel versammelt und stehen in einer Reihe. Vier davon sind mit bloßen Auge zu erkennen.

Seltene Planetenkonstellation: Die Parade der sechs

Hobbyastronomen bietet das nächtliche Firmament dieser Tage eine Attraktion. Den Abendhimmel beherrscht eine eindrucksvolle Planetenparade. Gleich sechs Planeten stehen nach Sonnenuntergang in einer Reihe am Himmel: Merkur, Venus, Jupiter, Saturn, Uranus und  Neptun. Merkur, Venus und Saturn sind tief im Westen und Jupiter im Osten mit dem bloßen Auge zu erkennen. Uranus und Neptun sind aufgrund ihrer großen Entfernung lichtschwache Objekte und können nur mit dem Fernglas oder Teleskop beobachtet werden – vorausgesetzt, der Nachthimmel ist frei von Wolken. Am kommenden Wochenende ist diese besondere Planetenkonstellation besonders gut zu sehen. Etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang sollte man den Blick zum Himmel richten. Als Anhaltspunkt könnte der  Mond dienen. In dessen Nähe funkelt der Jupiter. Nicht zu sehen sein wird der Mars. Der Rote Planet war bei der Parade am 27. Februar vergangenen Jahres mit von der Partie. Von einer Planetenparade oder planetaren Konjunktion spricht man üblicherweise, wenn mehrere Planeten gleichzeitig und eng beieinander am Himmel zu sehen sind. Da die Bahnebenen der Planeten um die Sonne nur wenig voneinander abweichen, stehen diese bei einer solchen Konstellation annähernd auf einer Linie. In der planetaren Konjunktion spiegelt sich auch die Geschichte unseres Sonnensystems, das vor etwa fünf Milliarden Jahren entstanden ist. Unser Gestirn war ursprünglich von einer rotierenden Gas- und Staubscheibe umgeben, aus der sich allmählich die Planeten formten: Die Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars bildeten das Innere unseres Sonnensystems, die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun drifteten nach außen. Aus diesem Grund bewegen sich die Planeten heute mehr oder weniger auf einer Ebene um die Sonne. Weil die Planeten unterschiedlich schnell um die Sonne kreisen, sind sie mal weniger weit, mal weiter voneinander entfernt. Es kommt immer wieder dazu, dass sie dicht beieinander am Firmament stehen – aus der Perspektive der Erde. Eine Planetenkonstellation mit sieben Planeten wird erst wieder 2040 zu bestaunen sein.  Häufiger lassen sich zwei und drei Planeten gleichzeitig beobachten. Wer die Gelegenheit nutzen und sich das Himmelsereignis ansehen möchte, sollte wie bei der Beobachtung von Sternschnuppen einen möglichst dunklen Ort aufsuchen. Mehr Informationen finden Sie im Internet auf der Seite von „Star Walk“.