FAZ 16.12.2025
17:46 Uhr

Sein Foto ging um die Welt: Osama al-Raqab wiegt jetzt 16 Kilogramm


Sein ausgemergelter Körper sorgte für Entsetzen: Osama al-Raqab kam im Sommer aus dem Gazastreifen in ein italienisches Krankenhaus. Inzwischen geht es ihm deutlich besser. Und es ist klar, an welcher Krankheit der Junge leidet.

Sein Foto ging um die Welt: Osama al-Raqab wiegt jetzt 16 Kilogramm

Osama al-Raqab wiegt jetzt 16 Kilogramm. Der Junge aus dem Gazastreifen war im Sommer im Alter von fünf Jahren in das Universitätskrankenhaus in Verona in Italien gebracht worden, damals hatte er nur noch 9,2 Kilogramm ge­wogen. Ein Foto, das ihn im ausgemergelten Zustand zeigte, ging um die Welt, al-Raqab geriet ins Zentrum einer Debatte über die humanitäre Lage im Gazastreifen. Zunächst hatte eine italienische Zeitung ein Foto von ihm veröffentlicht, um auf die Hungersnot in Gaza aufmerksam zu machen, dabei aber wichtige ­Informationen über seinen Gesundheits­zustand weggelassen. Die israelische ­Regierung behauptete daraufhin Ende Juli auf der Plattform X, dass der Junge an Muko­viszidose leide, einer schweren genetischen Erkrankung. Sein Foto ­werde instru­mentalisiert, um Israel zu diffamieren. „Dem Kind geht es jetzt gut“ Laut Simone Cesaro, dem behandelnden Arzt des Kindes in Verona, ist mittlerweile aber klar, dass der Junge nicht an Mukoviszidose leidet, sondern an „Leaky SCID“. Das ist eine mildere Form einer schweren angeborenen Immunschwäche. Das Immunsystem ist bei dieser Diagnose zwar teilweise funktionsfähig, aber nicht ausreichend, um den Körper zuverlässig vor Infek­tionen zu schützen. „Die Hauptursache der Mangelernährung war eine virale Form von chronischem Durchfall infolge seiner Immunschwäche“, teilte Cesaro der F.A.Z. mit. Inzwischen habe sich der Zustand des Kindes wesentlich verbessert, auch wenn einige Virusinfektionen aufgrund der Immunschwäche weiterhin bestünden. Alle ein bis zwei Wochen komme das Kind zur medizinischen ­Kontrolle in die Ambulanz. Seit seiner Entlassung aus der stationären Behandlung im August habe es aber nicht mehr aufgenommen werden müssen: „Dem Kind geht es jetzt gut.“