FAZ 10.12.2025
15:14 Uhr

Schwedisches Königshaus: Prinzessin Sofia wurde Jeffrey Epstein vorgestellt


Eine schwedische Geschäftsfrau machte den Sexualstraftäter auf das „kleine, hübsche Mädchen“ aufmerksam. Epstein lud Prinzessin Sofia daraufhin auf seine Karibik-Insel ein.

Schwedisches Königshaus: Prinzessin Sofia wurde Jeffrey Epstein vorgestellt

Prinzessin Sofia von Schweden, Ehefrau von Prinz Carl Philip, Herzog von Värmland, hat den verurteilten Sexualstraftäter ­Jeffrey Epstein mehrmals getroffen. Die 41-Jährige sei Epstein um das Jahr 2005 herum „bei einigen wenigen Gelegenheiten vorgestellt“ worden, teilte das schwedische Königshaus der Zeitung „Dagens Nyheter“ mit. Die genauen Umstände der Treffen sind unklar. Die Prinzessin – mit bürger­lichem Namen Sofia Hellqvist – hatte als junge Frau in Schweden an Miss-Wahlen und einer Reality-Fernsehshow teilgenommen, 2005 war sie zum Studium nach New York gezogen. Von einer schwedischen Geschäftsfrau wurde sie danach Epstein vor­gestellt. Das belegen E-Mails, die „Dagens Nyheter“ vorliegen. Demnach schickte die Frau Epstein ein Foto von Sofia und schrieb dazu: „Das ist die Frau, von der ich dir vor meiner Abreise erzählt habe und von der ich dachte, dass du sie vielleicht treffen möchtest.“ Epstein antwortete: „Ich bin in der Karibik. Möchte sie für ein paar Tage kommen? Ich schicke ihr ein Ticket.“ Laut dem Königshaus nahm Sofia die Einladung nicht an. In der Karibik hatte der Investment­banker eine Insel, zu der er regel­mäßig Minderjährige einfliegen ließ („Lolita-Express“). „Hast du ihr gesagt, dass sie jederzeit ein Ticket nach New York bekommt, wenn sie es möchte?“ Später schrieb dem Bericht zufolge Epsteins Assistent an die schwedische Geschäftsfrau, Epstein frage sich, was mit „Camilla“ passiert sei. „Hast du ihr gesagt, dass sie jederzeit ein Ticket nach New York bekommt, wenn sie es möchte?“ Die Geschäftsfrau ant­wortete, Epstein meine wohl Sofia, „das kleine, hübsche Mädchen mit den dunklen Haaren, das ihre Freundin Camilla mitgebracht hatte“. ­Weiterhin schrieb sie, dass Epstein sowohl Sofia als auch ihrer Freundin Plätze in einer Schauspielschule angeboten habe, dass sie jedoch Probleme mit ihren Visa gehabt hätten. Sie hätten Epstein deswegen angerufen. Die Geschäftsfrau steht hinter ei­nem schwedischen Stipendienprogramm, das offenbar finanziell von Epstein unterstützt wurde. Mehrfach hat sie sich den E-Mails zufolge, die das amerikanische Repräsentantenhaus kürzlich veröffentlicht hatte, bei Epstein bedankt. Dieser missbrauchte über Jahre systematisch Mädchen; 2019 starb er in Untersuchungshaft.