In unsicheren Zeiten wecken Projektionen und Vorausberechnungen Zweifel. Aber der Zusammenhang zwischen messbaren Bildungserfolgen und volkswirtschaftlichen Ergebnissen ist stabil und wissenschaftlich erwiesen. Es ist deshalb erschreckend, wie wenig die immer schwächer werdenden Leistungen der Schüler die Öffentlichkeit aufrütteln. Inzwischen überdauert die Aufregung kaum noch einen Tag, danach wird zur Tagesordnung übergegangen. Dabei ist die Beherrschung der kulturellen Basiskompetenzen wie Rechnen, Lesen und Schreiben längst zur Zukunftsfrage geworden. Das gilt natürlich für die Ökonomie, für Kreativität und Erfindungsreichtum, aber auch für die demokratischen Grundlagen einer Gesellschaft. Wenn immer weniger Menschen in der Lage sind, differenzierte Texte zu lesen und Inhalte zu verstehen, sondern sich auf intellektuelles Fast Food im Netz verlassen, dann ist es nur ein kleiner Schritt zur politischen Unmündigkeit. Was die Länder tun müssen Unter den Bildungsministern gibt es neuerdings einige, die zwar Leistungsmessungen hinnehmen, aber keine Konsequenzen daraus ziehen. Angesichts der nun vorliegenden Berechnungen wäre es kaum noch zu vermitteln, wenn die Länder sich nicht auf messbare Ziele einigten. Das hätte allerdings nur Sinn, wenn die Zahlen dann auch dazu führten, dass sofort umgesteuert würde, sollten sich bestimmte Förderungen als unwirksam erweisen. Hexenwerk ist das nicht. Länder wie Hamburg oder Baden-Württemberg zeigen, wie es geht.
