Jessica von Bredow-Werndl trauert um ihr Nachwuchspferd Diallo. Wie die viermalige Dressur-Olympiasiegerin mitteilte, sei der elfjährige Wallach an diesem Dienstag gestorben. Die Untersuchungen zum Tod des Pferdes laufen noch, schrieb sie in einem emotionalen Beitrag auf Instagram, der Verdacht liege auf einer Infektion mit dem Bornavirus: „Noch am Wochenende haben wir gemeinsam getanzt, es hat sich alles so leicht angefühlt. Und dann kam diese Krankheit wie ein Sturm, lautlos, gnadenlos und unaufhaltsam, hat sich in Stunden durch deinen Körper gefressen und mir das Herz aus der Brust gerissen.“ Nach den Sommerspielen von Paris 2024 hatte die Reiterin ihr langjähriges Spitzenpferd Dalera, mit dem sie in Tokio 2021 und Paris jeweils Team- und Einzelgold gewann, in den Ruhestand verabschiedet. Nun galt Diallo neben der Stute Kismet als ihr vielversprechendstes Nachwuchspferd und als Kandidat für die Weltmeisterschaft in Aachen im August. Zuletzt hatten Jessica von Bredow-Werndl und Diallo im November den Weltcup in Stuttgart gewonnen. Ihre Hoffnung war berechtigt, mit ihm an frühere Erfolge mit Dalera anknüpfen zu können. Kurz vor Weihnachten hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) das Pferd, seine Reiterin und Ausbilderin mit einem Nachwuchs-Preis ausgezeichnet. Auch Dressur-Bundestrainer Monica Theodorescu hielt viel von dem braunen Wallach: „Ich bin sehr traurig, dass wir ein Pferd mit sehr guter internationaler Perspektive und liebenswertem Charakter verloren haben“, zitierte sie die FN in einer Mitteilung zum Tode Diallos. Laut dem Verband war er bereits am Sonntag in eine Münchner Pferdeklinik gebracht worden und dort einen Tag später gestorben. Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, ist das „klassische“ Bornavirus Erreger der „Borna’schen Krankheit“, „einer seltenen chronisch-fortschreitenden Entzündung des Gehirns (Meningoenzephalitis), die vor allem bei Pferden und Schafen auftritt“. Bisher, so das FLI, trete das Virus „regional begrenzt in Teilen Ost- und Süddeutschlands, Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins auf“. Als Überträger des Virus gilt die Feldspitzmaus.
