FAZ 13.05.2026
12:13 Uhr

Schmuckgalerie Stadtgold: Mainkaräter und Geripptes


Ringe und Anhänger mit Lokalkolorit und Verlobungsringe mit Diamanten aus dem Labor – dafür steht die Schmuckgalerie Stadtgold in Frankfurt. Richtig hochkarätig kann sie auch.

Schmuckgalerie Stadtgold: Mainkaräter und Geripptes

Ihre Prachtstücke zeigen Christine Kirchner und Paulina Hofmann gleich zu Anfang, die mit zahlreichen Saphiren und Diamanten bestückten Ringe aus der Serie „Die vier Jahreszeiten“, jeder für sich ein funkelndes Farbereignis, dessen Steine, je nach Jahreszeit, in Weiß-, Gelb- oder Roségold eingefasst sind. Grundsätzlich bevorzugen Kirchner und Hofmann – Erstere ist Goldschmiedemeisterin, Hofmann Gesellin, sie hat bei Kircher gelernt – eine klare Linie, wobei kleine Spielereien als Ausreißer erlaubt sind. So wie bei den Ringen mit gerippter Struktur, die es auch mit eingefasstem Bembelstein gibt. Der Bezug zu Frankfurt ist ihnen wichtig. „Mainkaräter“ nennen sie die Flusskiesel, die sie am Mainufer sammeln, von einem Steinschleifer mit einem Brillantschliff versehen und in Platin, Gold oder Silber einfassen lassen. Vor zehn Jahren ist Kirchner — die Kollegin kam erst später dazu – mit ihrer Galerie Stadtgold vom Frankfurter Nordend an die Berliner Straße umgezogen. Dabei hatte sie dort gerade erst renoviert, wie sie erzählt. Aber die Gelegenheit, in der denkmalgeschützten Häuserreihe ein Ladenlokal zu erwischen, das die Stadt zu moderatem Preis vermietet, habe sie sich nicht entgehen lassen wollen. Die Grundrisse der Ladengeschäfte – jeweils rund 30 Quadratmeter auf drei Etagen, wobei das Erdgeschoss mit einer freischwebenden Treppe mit der oberen Etage verbunden ist – passen perfekt zu einer kleinen Schmuckboutique wie Stadtgold. Hofmann und Kirchner haben hier mit professioneller Unterstützung das Beste herausgeholt. An der Wand sitzt eine teils gemusterte Strukturtapete in einem Lachsrosa, dazu passt die schwarz gestrichene Stahltreppe, die zum Laden hin goldig schimmert. Ein Hingucker sind Vitrinen, die mit schrägem Abstand zur Wand aufgehängt sind. Hier sind auch die Stücke anderer Schmuckdesigner ausgestellt. Mit mehr als 20 arbeitet Stadtgold zusammen. Sie kommen aus ganz Europa. Preislich los geht es bei 150 Euro, hochkarätige Stücke wie der Stadtgold-Jahreszeitenring kosten aber auch mal mehr als 10.000 Euro. Kirchner und Hofmann selbst fertigen viele Schmuckstücke individuell nach den Wünschen der Kunden an, auch viele Umarbeitungen von Erbstücken sind dabei. Aktuell spielen Verlobungs- und Trauringe in der Beratung eine große Rolle, bei jungen Kunden auch die Frage nach nachhaltigen Diamanten aus dem Labor, die deutlich günstiger sind als echte Diamanten. Stadtgold arbeitet mit einem Spezialisten dafür aus Essen, Nevermined, zusammen. Gravuren werden von Hand vorgenommen. Bis zu acht Wochen Vorlauf müssten Paare in der Regel einrechnen, heißt es. Viele entschieden sich auch für einen fertigen Ring, etwa das Gerippte-Modell mit Bembelsteinschliff. „Kaiser Kall“ nennen die Goldschmiedinnen ihre „Echten Frankfurter“. Stadtgold, Berliner Straße 20, Frankfurt; mittwochs bis freitags 11 bis 18 Uhr, samstags bis 16 Uhr; www.stadtgold-frankfurt.de