FAZ 14.12.2025
11:27 Uhr

Schluss mit Biathlon und Co.?: Wüste statt Winter


Finden Sie deutsche Polizistinnen und Soldaten an Wintersportwochenenden einigermaßen fad? Nun darf Hoffnung keimen wie ein Krokuszwiebel: Paul Pogbas jüngstem Investment sei Dank.

Schluss mit Biathlon und Co.?: Wüste statt Winter

Wir sollten anfangen, uns mental auf die schöne neue Wintersportwelt vorzubereiten. Bislang lümmelt halb Deutschland an Wochenenden vorm Fernseher, um den Soldaten und Polizistinnen des deutschen Sports die Daumen zu drücken. In zukünftigen Wintern könnte es der TV-Zuschauer mit Disziplinen zu tun bekommen, die seinen Sehgewohnheiten in der hiesigen Klimazone (mit der es den Gebirgsbach runtergeht) nicht entsprechen. Nämlich dann, wenn die Sender von der Kunsteisbahn oder der Kunstschneepiste hinüberschalten in die naturbelassene Wüste Saudi-Arabiens, wo Kamele um die Wette rennen. In diese Richtung zielt Frankreichs Fußballstar Paul Pogba, der in den Kamelrennstall „Al Haboob“ investierte und dies im Sinne der Saudis damit begründete, Wüstenschiffrennen „auf die Weltbühne zu bringen“. Nachdem sich die Golfstaaten mit vielen Petrodollars in Wettbewerbe oder Vereine des Westens eingekauft haben, wollen sie die Welt nun mit eigenem Traditionssport beglücken. Mit Liveübertragungen aus dem Wintersportort Riad würden deutsche TV-Anstalten ihrem kulturellen Auftrag gerecht: Kamelrennen gehören laut UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.