FAZ 13.02.2026
11:51 Uhr

Sauberkeit bei Olympia: „Da geht dann leicht etwas daneben“


Im Olympia-Pressezentrum in Mailand arbeiten täglich 4000 Pressevertreter. Da kommt viel Abfall zusammen. Eva Sommerschuh koordiniert die Putzkräfte – und verrät, was das häufigste Problem ist.

Sauberkeit bei Olympia: „Da geht dann leicht etwas daneben“

Wie entscheiden Sie, wann es Zeit ist, ein Putzteam irgendwohin loszuschicken? Wir drehen regelmäßig Runden im Gebäude. Wem etwas auffällt, beispielsweise eine Wasserlache auf dem Boden oder eine Pizza, die vom Pappteller gerutscht ist, macht ein Foto und stellt es in unsere Signal-Gruppe. Ich veranlasse dann, dass eine Putzkraft dorthin geschickt wird, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Was ist das häufigste Problem? Kaffeeflecken auf dem Fußboden. Es ist eine Frage der Kultur. Italiener trinken ihren Kaffee im Sitzen oder Stehen. In Italien läuft man nicht mit einem Pappbecher durch die Gegend. Aber andere, Amerikaner oder auch Deutsche, trinken sehr gern im Gehen. Da geht dann leicht etwas daneben. Haben Sie schon früher im Bereich Abfallbeseitigung gearbeitet? Nur als Managerin meiner Familie. Wie häufig werden die Abfallbehälter geleert? Wir leeren sie, wenn sie zu etwa achtzig Prozent gefüllt sind. Der Müll wird getrennt, da ist man streng in Italien. Es gibt Behälter für Glas, Papier, Plastik und Metall, Restmüll, Biomüll. Für viele Asiaten bedeutet das eine Herausforderung, weil die Beschriftungen nur auf Englisch und Italienisch sind und weil bei ihnen anders getrennt wird. In Italien landen PET-Flaschen im Plastikmüll, in Japan werden sie separat gesammelt. Weil sie nicht wussten, wohin, damit haben viele die Plastikflaschen in den Glasbehälter geworfen. Damit wir nicht ständig welche dort rausfischen müssen, wurden mittlerweile extra PET-Tonnen aufgestellt. Manche Fernsehsender haben sich ein komplettes TV-Studio gebaut. Alles sehr individuell, man sieht falsche Schrankwände als Moderationshintergrund oder fingierte Fenster. Müssen Sie sich am Ende um die Entsorgung kümmern? Das muss noch organisiert werden. Ich befürchte, es ist fast alles Sondermüll. Was passiert mit Dingen, die noch brauchbar sind, Tische und Stühle zum Beispiel? Es soll eventuell ein Spendenprogramm geben. Die Idee ist, dass die Fernsehstudios alles, was noch verwendet werden könnte, am Ende vor die Tür stellen und soziale Einrichtungen sich die Sachen abholen können. Ich bin gespannt. Brauchbar ist auf der ganzen Welt ein sehr dehnbares Wort.