Bei der Suche nach Investoren für den angeschlagenen Frankfurter Elektronikfachhändler Hifi-Profis sind die Restrukturierungsexperten einen Schritt weiter. Für die Standorte Wiesbaden und Stuttgart, die wie die inzwischen geschlossene Filiale in Mainz zur Wiesbadener Hifi-Profis-Verwaltungs- und Handels-GmbH gehören, wurde ein Käufer gefunden. Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilt, wird der bisherige Leiter Marc Horne die Hifi-Profis-Filiale in Wiesbaden übernehmen wie auch das Studio 26 in Stuttgart. Darauf hätten sich die Geschäftsführung und die Lintilia Law Rechtsanwaltsgesellschaft, die mit der Sanierung des Unternehmens beauftragt ist, geeinigt. Der Betrieb werde mit allen 31 Beschäftigten fortgeführt. Dazu gehörten auch die Mitarbeiter des Mainzer Standortes der Hifi-Profis, der Ende April aufgegeben wurde. „Marc Horne kennt die Szene und hat gute Ideen, wie er die Hifi-Profis am Markt weiterentwickeln möchte“, sagt Rechtsanwalt Jan Roth von Lintilia. Roth hatte den Geschäftsbetrieb der Hifi-Profis seit der Antragstellung auf ein Schutzschirmverfahren Ende Dezember 2025 in vollem Umfang weitergeführt. Zusammen mit dem geschäftsführenden Gesellschafter, Ernst Schmid, wurde die Suche nach Investoren in die Wege geleitet. Horne selbst hebt in der Mitteilung hervor, die Hifi-Profis hätten nach wie vor einen „sehr guten Ruf am Markt“. Das sei eine solide Basis für das weitere Geschäft. Verhandlungen auch für Frankfurt-Filiale Ein Ergebnis erwarten die Sanierer und die Geschäftsführung noch in diesem Monat auch für die Frankfurter Hifi-Profis Warenhandelsgesellschaft mbH, die für die Filiale an der Großen Friedberger Straße zuständig ist. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, die Chancen, sich noch in diesem Monat mit einem Investor bezüglich einer Übernahme der Gesellschaft zu einigen, stünden gut, heißt es in der Mitteilung. Das Frankfurter Elektronikkaufhaus ist mit 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche die größte Filiale des Unternehmens, das als Fullservice-Anbieter auch die technische Planung und Umsetzung übernimmt. In erster Linie aber verkaufen und reparieren die Hifi-Profis Audio-Produkte von der Mittelklasse bis zur High-End-Sparte. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte inhabergeführte Elektronikfachhändler in Deutschland. Für beide Gesellschaften hatte die Geschäftsführung im Dezember vergangenen Jahres wegen finanzieller Schwierigkeiten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Für die Lage führt das Unternehmen, das in diesem Jahr seit fünfzig Jahren besteht, unter anderem Veränderungen in der Branche und Lieferengpässe an, die zu erhöhten Preisen geführt hätten. Zudem mussten die Gesellschaften Bankkredite zurückzahlen, die sie in der Corona-Pandemie aufgenommen hatten. Nicht zuletzt führt die aktuelle Wirtschaftslage dazu, dass sich Kunden insbesondere beim Kauf von Luxusgütern zurückhalten. Das Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit im deutschen Insolvenzrecht, das vom Gesetzgeber eingeführt wurde, damit sich kriselnde Unternehmen über ein Sanierungskonzept leichter und schneller restrukturieren können und eine Insolvenz abgewendet wird. In der Zeit ist das Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt, die Agentur für Arbeit übernimmt für drei Monate die Gehälter der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld. Der Geschäftsbetrieb kann geordnet weiterlaufen, das Management bleibt im Amt, ihm wird aber ein Sachwalter zur Seite gestellt. Das ist im Fall der HiFi-Profis-Gesellschaften der Frankfurter Rechtsanwalt Thomas Rittmeister, Partner der Kanzlei Reimer Rechtsanwälte.
