FAZ 22.01.2026
16:41 Uhr

Russische Spionage: Bedrohungen von innen wie von außen


Spionage für Moskau gab es schon im Kalten Krieg. Neu ist, dass Gewaltherrscher wie Putin auch im heißen Krieg hierzulande ihre Fans haben.

Russische Spionage: Bedrohungen von innen wie von außen

Die am Mittwoch durch den Generalbundesanwalt Festgenommenen sind Teil eines größeren Gebildes. Es geht um Bedrohungen von innen, die freilich mit denen von außen zusammenhängen. Sei es, weil es um die Unterstützung des verbrecherischen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geht, sei es, weil direkte Hilfe für Moskaus Truppen oder für deren Terrorgruppen im von Putin beanspruchten Osten der Ukraine geleistet worden sein soll. Das ist nur ein Ausschnitt, der sich zu Cyberkrieg, Sabotageakten und geheimdienstlicher Agententätigkeit gesellt. Spionage für Moskau ist beileibe nichts Neues. Neu ist aber, dass der einst Kalte Krieg in Europa ein heißer geworden ist – und dass Gewaltherrscher wie Putin und ein alles außer sich selbst infrage stellender Machthaber wie Trump auch hierzulande ihre Anhänger haben. Wer bei Verbrechen hilft, darf sich nicht wundern Doch bei allem Verständnis dafür, dass vieles überdacht werden muss: Wem dieses Land und die Werte, für die es steht – und für die auch im Grunde die USA schon viel länger stehen –, am Herzen liegen, der kann niemanden unterstützen, der an deren Abschaffung arbeitet. In der Ukraine werden täglich Menschen umgebracht, weil sie für den, der das kann und tut, nichts zählen. Wenn man darin Interessen sieht, so bestehen diese aus Verbrechen. Wer dabei hilft, darf sich nicht wundern, wenn er hier vor Gericht gestellt wird. Vor ein ordentliches Gericht übrigens, mit allen Rechten, die jeder Mensch hat.