Die jüngste Meldung kommt von Genesis, der für gehobene Mobilität zuständigen Tochtergesellschaft von Hyundai. Die bislang voll auf elektrische Modelle setzenden Koreaner werden, verkündet der Entwicklungschef im Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“, zum Verbrenner zurückkehren. Mit vier und sechs Zylindern sowie Hybridantrieben. In ganz Europa. Flankiert von dem Satz: „Wir investieren massiv in neue, effiziente Verbrennungsmotoren.“ Genesis reiht sich ein unter vielen anderen, die in ihrer Klemme aus politischer Vorgabe und Kundenstreik keine andere Lösung sehen als die Wende von der Wende. Fiat bringt im 500 einen kleinen Benziner zurück. Opel bietet im Zafira und DS im Numéro 4 wieder Diesel an. Porsche arbeitet für den Macan an einer Rückkehr. Allerorten werden die Zeitpläne für Elektroautos gestreckt. Dabei steht noch immer das Datum 2035 im europäischen Raum, das De-facto-Verbot für neue Verbrennermodelle ist nur aufgeweicht, nicht technologieoffen reformiert. Ein Trauerspiel politischer Zwangsbeglückung Meldungen über die Renaissance des Verbrennungsmotors sind kein Triumph jener, die schon immer vor den Folgen der Planwirtschaft gewarnt haben. Sondern ein Trauerspiel politischer Zwangsbeglückung. Wegen Engstirnigkeit und der Überzeugung, die Menschen zwingen zu müssen, sind Vertrauen und Arbeitsplätze zerstört worden. Entwicklungskapazitäten und Fachwissen wandern ab oder werden verschüttet, der Vorsprung durch Technik ist dilettantisch preisgegeben. Freilich kommen auch allerlei neue Elektroautos auf den Markt, viel besser als die der ersten Generation, der Fortschritt ist unübersehbar. Man darf gespannt sein, wie sich das im Wettbewerb, der kein freier ist, austariert. Wahrscheinlich wird erst mal der Fuhrpark noch älter, weil die orientierungslosen Kunden einfach abwarten. Dann ist die wirtschaftlich und technisch initiierte Pleite auch eine für die Umwelt.
