FAZ 12.02.2026
07:48 Uhr

Rückgang um 45 Prozent: Gewinn von Mercedes bricht um fast die Hälfte ein


Das Ergebnis von Mercedes sank im vergangenen Jahr um beinah die Hälfte. Vor allem in China hat der Hersteller weniger Autos verkauft. Mercedes-Chef Källenius setzt auf eine Produktoffensive.

Rückgang um 45 Prozent: Gewinn von Mercedes bricht um fast die Hälfte ein

Zölle im Welthandel, Wechselkurseffekte und der zurückgehende Absatz vor allem in China haben das Ergebnis von Mercedes um fast die Hälfte sinken lassen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) in der Autosparte des baden-württembergischen Traditionskonzerns ging im Jahr 2025 um 45 Prozent auf nun 4,8 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz belief sich auf rund 96,41 Milliarden Euro, was einem Minus von 10,5 Prozent und einer operativen Umsatzrendite (Ebit) von 5,0 Prozent entspricht. „In einem dynamischen Marktumfeld lagen unsere Ergebnisse im Rahmen unserer Prognose, getragen von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius am Donnerstag in Sindelfingen. Vor allem im für Mercedes so wichtigen Markt China hat das Unternehmen weniger Autos verkauft: Dort setzte der Autohersteller in den vergangenen zwölf Monaten nur noch 551.900 Fahrzeuge ab, das ist ein Minus von 19 Prozent. Auch das bereinigte operative Ergebnis des Gesamtkonzerns einschließlich der Van-Sparte und dem Finanzgeschäft ging um rund 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zurück, obwohl Mercedes mit Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Milliarden einen Teil der Probleme kompensiert hat. Der Gesamtumsatz belief sich 2025 auf 132,2 Milliarden Euro nach 145,6 Milliarden im Jahr zuvor. Eine Produktoffensive soll es richten Mercedes-Chef Källenius setzt auf eine in den vergangenen Monaten immer wieder angekündigte Produktoffensive und verwies allein auf sieben Weltpremieren von neuen Mercedes-Modellen in den kommende zehn Wochen. Im vergangenen Jahr hat der Hersteller bereits den Mercedes CLA in der Kompaktklasse und den SUV GLC im Mittelklassesegment vorgestellt. Vor zwei Wochen folgte die Modellpflege der S-Klasse. Als wichtige Fahrzeuge, die in diesem Jahr kommen, nennt Källenius unter anderem den Luxus-SUV GLS und die elektrische C-Klasse. Als mittelfristiges Absatzziel – also in zwei bis drei Jahren – hat Mercedes am Donnerstag den Verkauf von jährlich rund zwei Millionen Fahrzeugen ausgegeben, dabei soll sich der Absatz der Elektroautos verdoppeln und der Absatz von Luxusfahrzeugen um 15 Prozent steigen. Ob Mercedes dieses Ziel erreicht, wird sich nicht zuletzt in China, dem größten Automarkt der Welt entscheiden. Dort setzt Källenius seine Hoffnungen auf die Autos im Mittelklassesegment wie den GLC und die elektrische E-Klasse. Außerdem kündigte Mercedes an, den SUV GLE als Langversion in China zu bauen. In der Kompaktklasse, in der der Hersteller mit dem CLA vertreten ist, sieht der Mercedes-Chef keine großen Chancen, die Absätze signifikant zu steigern – zu umkämpft ist der Markt. In China kämpften mehr als hundert heimische Anbieter nicht zuletzt über den Preis um Kunden. Um wettbewerbsfähiger zu werden, will Mercedes künftig vermehrt zentrale Komponenten wie Antriebsstrang, Elektronik und Batteriesysteme direkt in China entwickeln und produzieren. 2025 hat Mercedes insgesamt 1,8 Millionen Autos verkauft, davon waren 169.000 rein elektrisch und 268.000 aus der sogenannten Top-End-Kategorie. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz auf Vorjahresniveau, einen operativen Gewinn deutlich über Vorjahresniveau. Die Umsatzrendite in der Autosparte wird den Prognosen zufolge dagegen nicht steigen: Mercedes gibt das Ziel mit einem Korridor zwischen drei und fünf Prozent an.