FAZ 23.11.2025
14:59 Uhr

Rotsünder Dominik Kohr: Das Trampeltier auf dem Platz


Nach einem üblen Foul sieht Dominik Kohr die neunte Rote Karte seiner Karriere – Rekord. Hinterher ist er selbst erschrocken. Nun muss der Spieler eine Antwort geben.

Rotsünder Dominik Kohr: Das Trampeltier auf dem Platz

Das mit seinem Spitznamen ist so eine Sache: „HardKohr“ – kann man mögen, muss man nicht. Hardkohr wie hardcore. In der Musik kann das, was es da auf die Ohren gibt, kaum noch gesteigert werden, im deutschen Fußball verbreitet der, um den es da geht, gerade Angst und Schrecken, weil er so sehr austeilt: Dominik Kohr. Am Freitagabend hat der Mainzer Abwehrspieler nach einem brutalen Foul gegen den Hoffenheimer Max Moerstedt Rot gesehen. Zum neunten Mal in seiner Karriere – so oft wie kein anderer Bundesligaprofi bisher. „Ich bin selbst erschrocken, das hätte auch anders ausgehen können“, schrieb der 31-Jährige am Samstag auf seinem Instagram-Account. Das wissen andere schon länger. Erst vor wenigen Wochen hat der Stuttgarter Deniz Undav über Kohr gesagt: „Er ist bekannt dafür, Leute zu verletzen.“ Kohr Absicht zu unterstellen, wäre nicht fair. Trotzdem stellt sich längst die Frage, wo die Grenze liegt zwischen der Aggressivität auf dem Platz, die so viele im Fußball fordern und schätzen, und einer die Gesundheit gefährdenden Spielweise. Die Antwort darauf wird Kohr geben müssen. Einfacher wird es für ihn nach seiner Sperre sicher nicht.